Drama mit Verlängerung

Die Baskets 98 Völklingen mussten bei ihrem Heimdebüt 2016 zittern, bis die Revanche gegen den MTV Kronberg geglückt war. Mit dem 88:87-Erfolg nach Verlängerung hält Völklingen in der 2. Basketball-Regionalliga den Kontakt zur Tabellenspitze.

Als Rainer Szewczyk vom MTV Kronberg seinen letzten Wurf auf die Korbumrandung setzte, war die Erleichterung in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle fast mit den Händen zu greifen. Nicht nur bei den Baskets 98 Völklingen . Auch bei den mehr als 100 Zuschauern auf der Tribüne. Bei der Heimpremiere 2016 in der 2. Basketball-Regionalliga erlebten sie am vergangenen Sonntag ein regelrechtes Drama, das die Gastgeber denkbar knapp mit 88:87 (80:80, 44:36) nach Verlängerung für sich entschieden.

Durch den dritten Sieg im dritten Spiel des Jahres nahmen die Baskets zugleich Revanche für das ähnlich spektakuläre Hinspiel, in dem sich Völklingen auf ebenso dramatische Weise und ebenfalls erst nach fünfminütiger Verlängerung mit 86:88 die erste Saisonniederlage eingehandelt hatte.

"Wir haben es über weite Strecken nicht geschafft, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen", sagte Völklingens Trainer Alfredo Pecorino zu einem der Gründe, warum sich die Baskets im Heimspiel gegen Kronberg trotz permanenter Führung nie so ganz absetzen konnten. Einen weiteren Grund kreidete er sich selbst an. "In der Endphase hätte ich anders wechseln sollen. Dass der Gegner da noch mal herankommt, geht auf meine Kappe", räumte Pecorino ein.

Zu Beginn des letzten Viertels schien Völklingen nach einem Zwischenspurt auf Kurs Richtung zwölfter Saisonsieg. Mit einem Dreier erzielte Gunter Gärtner, mit 26 Punkten bester Werfer der Gastgeber, das 73:60. In den restlichen acht Minuten agierten die Baskets dann aber zu fahrig. Kronberg kam heran - und mit einem Dreipunktspiel sorgte Jure Puljas 20 Sekunden vor Ende für den Ausgleich (80:80). Gärtners letzter Versuch verfehlte danach das Ziel - es ging in die Verlängerung.

"Wir haben es ein paar Mal versäumt, den Sack zuzumachen. Das erinnerte doch stark an das Hinspiel. Aber ich sehe es als gutes Omen - und wir wollten den Fans ja auch was bieten", sagte Michael Klein (neun Punkte), der wie Benjamin Kessler (sieben Zähler) trotz erkältungsbedingter Schwächung seinen Teil zum Völklinger Erfolg beisteuerte.

Das galt auch für Nael Hatahet, der beim inzwischen vierten Baskets-Sieg in Folge mit vielen gelungenen Aktionen und 16 Punkten aufwartete. "Nael hat sehr stark gespielt", verteilte Pecorino ein Sonderlob. Stefan Grimm erklärte: "Wir haben endlich mal die Nerven behalten, nachdem wir in dieser Saison schon häufiger im letzten Moment K.o. gegangen sind. So war es ja auch zuhause in den Spielen gegen Lich und Kassel. Es war wichtig, auch mal daheim ein knappes Spiel zu gewinnen." Allerdings räumte der Center der Baskets ein, dass es so viel Zittern nicht bedurft hätte.

"Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben", sagte Baskets-Spieler Hatahet. Und Grimm fügte an: "Wir sind jetzt so ein bisschen in einer Serie drin, dadurch fahren wir mit einem guten Gefühl zum Topspiel nach Lich." Beim punktgleichen Tabellenzweiten TV Lich wird sich am kommenden Samstag ab 16 Uhr entscheiden, wer mit Spitzenreiter Gießen Pointers (eine Niederlage weniger) Schritt halten kann.