Flaute beeinträchtigt Fliegen : Fest mit viel Sonne und wenig Aufwind

Am Wehrdener Wasserturm stand am Wochenende alles im Zeichen des Drachenfestes. Die Bürgerinitiative Hoheberg feierte mit dem Drachenclub Nepomuk ihr 25-jähriges Bestehen.

Das nennt man dann wohl ein Comeback. Zwar entsprachen die Windverhältnisse so gar nicht einem großen Drachenfest mit Dutzenden von bunten, fliegenden Drachen am Wehrdener Himmel. Dafür gab es noch einmal Sonne satt. Und so kamen an beiden Tagen hunderte von Neugierigen auf die Drachenwiese, um diese Neuauflage zu erleben.

20 Jahre lang war das Drachenfest die Sache derer, deren Hobby das Basteln und Steigenlassen der Drachen ist – die Sache des Drachenclubs Nepomuk, der sich auf dem Gelände neben dem markanten Wasserturm eingerichtet hat. Die unweit davon gelegene Drachenwiese ist zwar eigentlich Futterwiese, steht den Drachenfreunden aber einen großen Teil des Jahres offen, damit sie ihr Steckenpferd pflegen können.

Doch war vor wenigen Jahren bei der 20. Auflage die Luft so ein bisschen raus. Dem Drachenfest wurde nach Ausgabe 21 eine Pause verordnet. Bis jetzt die Bürgerinitiative Hoheberg eine Möglichkeit suchte, ihr 25-jähriges Bestehen zu feiern. Und sich für die Rückkehr auf den Drachenberg entschied. Also wurde die Reihe mit Nummer 22 fortgesetzt und das Motto „Zurück zu den Anfängen“ ausgegeben.

Bereits am Samstag passierten viele die enge Straße, die spätestens am Sonntagnachmittag zum Nadelöhr werden sollte. Eigentlich war auf dem zum Parkplatz umfunktionierten Feld reichlich Platz. Sonntag parkten dann aber irgendwann Autos einiger Besucher am Straßenrand, an ein Aneinandervorbeikommen entgegenkommender Fahrzeuge war da nicht mehr zu denken.

Weil sich dann auch noch das Gerücht verbreitete, „oben“ sei „alles voll“ war zeitweise Chaos vorprogrammiert. „Egal, wir haben dann weiter unten geparkt und genießen jetzt noch einen kurzen Sonntagsspaziergang“, kommentiert Besucher Axel Mann.

Samstagabend war die Ladefläche des im Festbereich aufgestellten Lasters für den stets smarten singenden Bouser Italiener Giovanni Burgio und seine DaVincis zur Bühne geworden. Präsentiert vom Gasthaus „Zum Kraftwerk“ und in Völklingen und Umgebung ein Publikumsmagnet, auch hoch droben auf Wehrdens Höhen.

„Ich habe bereits zuletzt bei der Mondfinsternis gesehen, was auf diesem Gelände möglich ist“, so Stephan Tautz, bei dem die organisatorischen Fäden der Veranstaltung übers Wochenende zusammenliefen. Sein Lob galt den vielen Helfenden: „Ohne die aktive Mitwirkung vom TV Wehrden, unseren Messdienern, dem Gasthaus ,Zum Kraftwerk‘ und dem Drachenclub Nepomuk hätte dieses Fest nicht so stattgefunden.“ Sogar Gäste aus Kanada hatet er unter den vielen Besuchern ausgemacht.

In der Luft gab es zwar nicht soviel zu sehen wie erhofft. Lediglich die angekündigten Fallschirmspringer hatten am Samstagnachmittag gutes Flugwetter. Den Drachenfliegern fehlte dagegen meist der Aufwind. Hin und wieder waren dennoch ein paar Loopings von Zweileiner-Lenkdrachen zu beobachten. Und mit genügend Anlauf waren auch einfache Drachen für einige Minuten in die Luft zu bringen. Viele Besucher beobachteten das vom Wasserturm aus, der erstmals während eines Drachenfestes zur Führung geöffnet war.

Seltsame, flatternde Drachen gab es dennoch zu sehen. Etwa eine Art Skelett, dass die Drachenbauer einfach an einer einer Angel ähnlichen Rute aufgestellt hatten. Schlechte Thermik auch für den Heißluftballon, der nach der Prognose seines Eigentümers erst weit nach dem auf 18 Uhr angesetzten Zeitpunkt hätte abheben können. So fehlte das viel Fliegerromantik verbreitende Luftgefährt zwar als Kulisse der mit Spannung erwarteten Tombola. Fallschirmsprung und Ballonfahrten wurden aber dennoch, wie versprochen, verlost.

Wie bastelt man eigentlich einen Drachen? Beim Fest am Wehrdener Wasserturm konnten Kinder am Wochenende selbst mit Stift, Schere und Co. einen bunten Flieger kreiieren. Foto: BeckerBredel

Stark gefragt waren auch Spiele wie Glücksrad und Büchsenwerfen für Kinder. Tautz: „Innerhalb kürzester Zeit waren 500 Preise weg.“

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