Doppelter Grund zum Feiern

Völklingen hat im Pokalfinale gegen Oberliga-Konkurrent Illtal lange mitgehalten – und doch mit 23:26 (11:13) verloren, weil „wir mehr Chancen liegen gelassen“ haben, wie Linksaußen Valentin Schaeben erklärt.

Das breiteste Lächeln in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle gehörte am Ostermontag Marion Müller. Die Spielführerin des HSV Püttlingen wurde vom Handball-Verband Saar als Spielerin des Jahres 2015 ausgezeichnet. Und sie gewann mit ihrer Mannschaft vor knapp 1200 Zuschauern die Bank-1-Saar-Trophy, den Saarlandpokal. Im Finale setzte sich Titelverteidiger Püttlingen im Oberliga-Duell mit 24:15 (9:5) gegen den SV 64 Zweibrücken durch.

"Wir haben einfach einen Lauf und sind richtig gut drauf. Es hat alles gepasst - in der Deckung und im Angriff. Außerdem waren unsere Torhüterinnen überragend. Über meine persönliche Auszeichnung freue ich mich natürlich auch sehr. Es ist schön, wenn die eigene Leistung so anerkannt wird", sagte Marion Müller.

Das Endspiel konnten die Zweibrückerinnen nur bis zum 5:5 offen gestalten. Danach kam der HSV ins Rollen. "Der Knackpunkt war, dass wir in der ersten Halbzeit drei Siebenmeter am Stück verworfen haben. Dass wir so hoch verlieren, war aber nicht nötig. Wir haben vielleicht ein bisschen zu früh aufgegeben", erklärte SV-Rückraumspielerin Katharina Koch. Püttlingen hatte schon im Halbfinale seine Top-Form unterstrichen, als es Oberliga-Rivale HSG Marpingen-Alsweiler mit 21:11 (11:5) besiegte. Der Erfolg ging auf das Konto von Kathrin Lill, die ihr Tor regelrecht vernagelte - und zur besten Torhüterin des Turniers gewählt wurde. Marpingens Rückraumspielerin Sara Urhahn rang nach dem Halbfinale um Worte: "Wir haben uns viel mehr vorgenommen. Püttlingen hat aber immer eine freie Spielerin gefunden. Und dann haben die eben die Erfahrung und versenken die Bälle."

Im zweiten Halbfinale hatte Zweibrücken die HSG Ottweiler/Steinbach mit 20:11 (8:4) besiegt. Da die Zweibrückerin Lucie Krein nicht nur in diesem Spiel ihre Treffsicherheit unter Beweis stellte, sondern auch im Finale immer wieder traf, wurde sie zur besten Spielerin des vom TV Altenkessel und dem ATSV Saarbrücken ausgerichteten Saarlandpokal-Endturniers gewählt. Weil Ottweiler/Steinbach der einzige Saarlandligist war, hielt sich unter den Spielerinnen der Frust über das Abschneiden in Grenzen. "Ich glaube, dass wir Zweibrücken etwas ärgern konnten. Aber allein hier dabei zu sein ist ein Höhepunkt. Die Atmosphäre ist immer richtig toll", sagte HSG-Torhüterin Nadine Schneider. 2015 gab es im Finale ein 20:28 gegen den SV 64 Zweibrücken - nun sind die Handball-Freunde Illtal am Ziel: Am Ostermontag holte die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker erstmals den Saarlandpokal. Sie gewann das packende Finale gegen den Oberliga-Konkurrenten HSG Völklingen mit 26:23 (13:11).

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, den Pott endlich geholt zu haben. Wir sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden. Das war aber alles andere als ein Selbstläufer, Völklingen hat ein tolles Spiel gemacht", sagte Illtal-Rückraumspieler Niklas Kiefer. Warum es für Völklingen nicht zum großen Wurf reichte, erklärte HSG-Linksaußen Valentin Schaeben: "Uns haben einfach ein paar Prozente gefehlt. Illtal hat viele einfache Tore aus dem Rückraum gemacht. Wir mussten um jeden Treffer kämpfen. Deshalb haben wir mehr Chancen liegen gelassen."

Völklingen präsentierte sich lange auf Augenhöhe und schloss die Angriffe vor allem durch Dorian Vallet erfolgreich ab. Da der Franzose im Finale neun Tore erzielte, konnte er sich über die Wahl zum besten Spieler des Turniers freuen. Illtals Torwart Robin Näckel wurde zum besten Torwart gekürt.

Im ersten Halbfinale hatte sich Völklingen mit 26:18 (15:8) gegen Saarlandligist HC Dillingen/Diefflen durchgesetzt. "Für uns war es eine tolle Erfahrung, dabei sein zu können. Für den Verein war die Teilnahme einer der größten Erfolge überhaupt. Es hat uns riesig gefreut, aber Völklingen war dann doch eine Hausnummer zu hoch", sagte HC-Spieler Christoph Senzig. Auch für Oberligist HSV Merzig-Hilbringen war im Halbfinale Schluss. Das Team von Trainer Marcus Simowski verlor gegen Illtal mit 24:29 (6:14). "Uns fehlen fünf Stammspieler. Da ist es natürlich richtig schwer. Wir haben viele technische Fehler produziert, die uns viel Luft gekostet haben", sagte HSV-Rückraumspieler Marius Merziger.