1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Digitalisierung an den Schulen des Regionalverbandes

Digitalisierung : Unterricht im Klassenzimmer der Zukunft

Regionalverband Saarbrücken stellt sein Konzept zur Digitalisierung von Schulen vor. Interaktive Tafel lässt Vorgänger-Modelle alt aussehen.

Die grüne Schultafel gehört der Vergangenheit an. Genau wie der klobige Kartenhalter, den die älteren Jahrgänge ebenso wie besagte Tafel noch in Erinnerung haben. Sogar das Whiteboard, vor fünf Jahren noch voll im Trend, ist im aktuellen Schulbetrieb bereits aus der Mode. Wo auf dem Stand der Zeit unterrichtet wird, hängt eine interaktive Tafel an der Wand, die auf einem Server hinterlegte Bilder, Animationen und Filme sowie Infos aus dem Internet anzeigen kann.

Im Französisch-Unterricht von Referendarin Lea Pfortner an der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule in Ludweiler spielt sich das so ab. An den Seitenflügeln der interaktiven Tafel hat sie, fast schon altmodisch, noch von Hand ein paar Dinge aufgeschrieben. In diesem Fall die vollständige Deklination eines französischen Verbs. Es geht in der Schulstunde um das Jahr 2050. Dann wird es womöglich im Winter nicht mehr schneien, oder es wird keine herkömmlichen Autos mehr geben. All das steht in der Mitte der Tafel. Jedenfalls sobald die Referendarin den entsprechenden französischen Satz per Klick erscheinen lässt. Das jeweilige Verb in Zukunftsform ist rot gefärbt, ein Merkbild unterstützt das Lernen. Aufgabe der Schüler ist es, die Sätze zu übersetzen.

Die nächste Aufgabe: Passende Satzhälften zusammensetzen, die die interaktive Tafel anzeigt. Mit einem Griffel, der sich in einem Kasten oberhalb der Hightech-Tafel befindet, verbinden die Schüler jetzt die Sätze miteinander. „Das würde auch mit dem bloßen Finger gehen“, sagt Christian Müller, Leiter des Informations- und Medienzentrums (IMZ) des Regionalverbandes. Überhaupt sei das erst ein Bruchteil dessen, was die Tafel zu bieten hat: „Zum Beispiel könnten sich auch zwei Klassenräume über ihre Tafeln verbinden und einen Wettbewerb austragen oder sich gegenseitig helfen.“

Das Konzept „Digitalisierung der Schulen“ sei in drei Teilabschnitte gegliedert, sagt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Im ersten Schritt gehe es um die technische Ausstattung der Klassenräume und Schulgebäude. In jedem Klassenraum soll es mehrere Netzwerkanschlüsse für Lehrer-PCs und Schüler-Recherche-Rechner geben. Zudem soll in jedem Klassenraum Wlan vorhanden sein. Auch eine Projektionsmöglichkeit wie eine Beamer-Leinwand oder eine interaktive Tafel mit Lautsprechern soll künftig zur Ausstattung der Klassenzimmer im Regionalverband gehören.

Im zweiten Schritt seien neue Schulnetze aufzubauen. An der Schule in Ludweiler ist das gleich mit dem neuen Anbau geschehen, in dem alleine 15 Kilometer Netzwerkkabel und 600 Meter Glasfaserkabel verbaut seien. Systempflege, Netzwerksteuerung und Sicherheitskonzepte würden zentral vom IMZ gesteuert. Bislang selbstständig arbeitende Schulen werden zu einem Gesamtverbund zusammengelegt, der zentral verwaltet wird. Was auch diejenigen Lehrer entlastet, die sich bislang um die jeweiligen Schulnetzwerke gekümmert haben.

Im dritten Schritt, so Peter Gillo, sollen weitere Partner eingebunden werden: „Derzeit finden Gespräche mit potenziellen Akteuren wie dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie dem Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung statt, um gemeinsam die digitale Bildung voranzubringen.“