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Ein Junge aus Lauterbach und sein Lieblingsautor: Diese Begegnung wird Fynn nie vergessen

Ein Junge aus Lauterbach und sein Lieblingsautor : Diese Begegnung wird Fynn nie vergessen

Ein Neunjähriger aus Lauterbach hat bei einer Familienreise in die USA seinen Lieblingsautor getroffen. Jedenfalls fast. Und erzählt nun den SZ-Lesern davon.

Fynn Buchholz  lebt mit seiner Familie in Lauterbach. Der Neunjährige liest gern. Und besonders mag er die Buchreihe „Gregs Tagebuch“: Geschichten für Kinder, in denen der Amerikaner Jeff Kinney Erzählung und Comic-Zeichnungen miteinander gemischt hat. Elf Bände dieser Reihe sind bisher auf Deutsch erschienen. Auch Filme dazu gibt es inzwischen; aber für Fynn stehen die Bücher im Vordergrund, sagt seine Mutter Susanne Detemple. Und nun, als die Familie in den Ferien in den USA war, hat Fynn etwas so Besonderes erlebt im Zusammenhang mit seinen Lieblingsbüchern, dass er es unbedingt auch anderen mitteilen wollte.

Er durfte nämlich ins Arbeitszimmer des Autors. Mehr noch, er hat mit seinem Idol Jeff Kinney persönlich gesprochen – jedenfalls am Telefon. Fynn hat sein Erlebnis für die Leserinnen und Leser der SZ aufgeschrieben, und seine Mutter hat’s an die Redaktion gemailt. Die Fotos dazu haben die Eltern gemacht – den Text aber, versichert Susanne Detemple-Buchholz, hat Fynn selbst verfasst, ganz alleine. Hier ist er.

„Hallo, ich heiße Fynn, bin neun Jahre alt und ein sehr großer Fan von ‚Gregs Tagebuch’. Ich liebe die USA. Meine Eltern und ich fuhren dieses Jahr zum vierten Mal in die USA und zum zweiten Mal nach Massachusetts. An einem Regentag wussten wir nicht, was wir machen sollten, und ich schlug vor, in die Buchhandlung ‚An Unlikely Story’ von Jeff Kinney, dem Autor von ‚Gregs Tagebuch’, zu fahren, die ungefähr eine Stunde von unserer Wohnung weg war. So fuhren wir also nach Plainville, dem Ort, in dem der Buchladen steht. Eigentlich wollten wir nur zwei unterschriebene Ausgaben von ‚Gregs Tagebuch’ für meinen besten Freund und mich kaufen, aber es kam viel besser.

Ich fand tatsächlich zwei Ausgaben mit Originalautogramm. An der Kasse wurden wir gefragt, woher wir kommen. Als wir sagten, dass wir aus Deutschland sind, rief die Frau ihre Kollegin an. Diese brachte uns in den dritten Stock, wo Jeff Kinney sein ganz persönliches Büro hat, in dem er die Zeichnungen für seine Bücher anfertigt. Dort kommen nur wenige Leute hin. Wir durften in dieses Büro und haben ganz viel fotografiert. Ich durfte mich sogar an seinen Schreibtisch setzen. Aber wie sich herausstellen sollte, war das noch nicht alles.

Als wir uns nach der Führung bei der Frau an der Kasse bedanken und gehen wollten, kam die Dame, die uns die Büroräume gezeigt hatte, zurück und hatte ihr Handy in der Hand, mit dem ich mit Jeff Kinney telefonieren konnte. Da es ein Facetime-Anruf war, konnte ich ihn sogar sehen! Meine Mama übersetzte das Gespräch. Was für ein Erlebnis für mich!

Es war der beste Tag meines Lebens!“

 Herzlichen Glückwunsch, lieber Fynn Buchholz. Und danke, dass du die SZ-Leser teilhaben lässt an deinem tollen Erlebnis.

Plainville im US-Bundesstaat Massachusetts ist übrigens ein ziemlich verschlafenes Nest etwa 50 Kilometer südwestlich von Boston. Gut 8000 Einwohner, sehr amerikanisch breite Straßen – aber, so kann man’s auf der Website der Gemeinde nachlesen, mit ländlichem Charme, mit Seen, Teichen, Naturschutz-Arealen, mit Pferde-Farmen und allerlei Einrichtungen für Sport und Erholung, vom Schwimmbad bis zum Golfplatz. Und mit viel ehrenamtlichem Bürger-Engagement.

Plainville sei ein „gut gehüteter Geheimtipp in einem Landesteil, in dem städtische Siedlungen sich immer weiter ausbreiten“, rühmt die Kommunalverwaltung, „ein wunderbarer Ort zum Aufwachsen und zum Altwerden“.

Fynn konnte Figuren aus den Comic-Zeichnungen Kinneys sozusagen Auge in Auge begegnen. Foto: Susanne Detemple-Buchholz/Susanne Detemple-Bucholz
Fynn Buchholz vor dem Buchladen in Plainville, wo sich in der dritten Etage das Studio von Autor Jeff Kinney mit allen Requisiten befindet. Foto: Susanne Detemple-Buchholz

Und dann ist da ja auch noch die Buchhandlung von Jeff Kinney . . .