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Wappen-Forscher
Die Wappenkunde ist sein Steckenpferd

Wappen faszinieren ihn nachhhaltig: Rolf Heintz aus Luisenthal.
Wappen faszinieren ihn nachhhaltig: Rolf Heintz aus Luisenthal. FOTO: Thomas Seeber
Völklingen. Der Völklinger Rolf Heintz beschäftigt sich seit langem mit der Heraldik und entwirft Familienwappen.

„Es gibt in Deutschland ungefähr fünfmal so viele bürgerliche wie adelige Wappen“, räumt der Völklinger Rolf Heintz gleich mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf. Denn das Recht zur Führung eines Wappens ist seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr nur auf den Adel beschränkt. Geistliche, Bürger, Handwerker oder Bauern haben seit dieser Zeit ebenfalls Wappen geführt und im ausgehenden Mittelalter von diesem Recht ausgiebig Gebrauch gemacht.


Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man entdeckt ein „altangestammtes“ Familienwappen. Oder stiftet ein eigenes. In beiden Fällen zeigt sich Heintz gerne behilflich, hat er doch seit Jahrzehnten die Heraldik (Wappenkunde) zum Lebensinhalt gemacht. Im Beruf war der gebürtige Fischbacher, heute in Luisenthal lebende Heintz, Kaufmann in Saarbrücken. „Ich bin beinahe in jeder Mittagspause in der städtischen Bibliothek gewesen und hab dort alles zum Thema Wappen gelesen, was ich finden konnte.“

Da lag es nahe, nach einem eigenen Familienwappen zu forschen: „Das war gar nicht so einfach. Von meinem Namen, in den verschiedensten Schreibweisen, gibt es in Deutschland 32 Wappen, und keines davon durfte ich führen.“ Denn, wichtigster Grundsatz: „Namensgleichheit berechtigt nicht, dieses Wappen zu führen.“ Vielmehr muss ein Interessent dem Herold-Ausschuss der Deutschen Wappenrolle mit Sitz in Berlin nachweisen, dass er/sie „im legitimen Mannesstamm“ von dem ursprünglichen Wappenträger abstammt.



Heintz ist das gelungen, bescheinigen ihm doch die Experten (Juristen, Heraldiker, Geneologen) in Berlin das Recht zur Führung des Familienwappens mit einem krönendem Turm mit drei Kreuzen, der tatsächlich in Binsfeld in Eifel steht, wo sein Stammvater Jakob Heintz 1754 geboren wurde.

Mittlerweile hat Heintz sechs dicke Bücher mit jeweils 200 Familienwappen erarbeitet, drucken lassen und den saarländischen Archiven und Bibliotheken zur Einsicht überlassen, plus ein Namenfindungsbuch, ein Buch mit Wappen von Schweizer Familien, die nach dem 30jährigen Krieg hier eingewandert sind, sowie eine umfangreiche Hausmarkensammlung. Bei Hausmarken handelt es sich (meist um eingeritzte) Symbole, die man oft an alten Häusern, vielfach auch an bäuerlichem Gerät, findet, als Sippen- oder Hofmarken.

Um sein Steckenpferd zu vervollständigen, hat sich Heintz, der auch „Referent Heraldik“ im Verein für Landeskunde im Saarland ist, darauf spezialisiert, Interessenten zu einem eigenen Familienwappen zu verhelfen. Dazu gehöre beispielsweise die ahnenmäßige Erforschung der Familiengeschichte, ihrer Herkunft, die Namensdeutung sowie eine Buntzeichnung, die zum Namen passen sollte. Heraldiker sprechen in diesem Zusammenhang gerne von „redenden Wappen“.

Weitere Auskunft gibt es bei Rolf Heintz, er ist zu erreichen unter Telefon (0 68 98) 30 92 00.