Die Krematorien-Fusion zahlt sich aus

Ortsrat auf Tour : Die Krematorien-Fusion zahlt sich aus

Vereinigte Feuerbestattung Saar meldet deutliche Steigerung mit über 8800 Einäscherungen in Saarbrücken und Völklingen 2018.

Urnenbeisetzungen werden in Saarbrücken und Völklingen stark nachgefragt: Seit der Fusion der beiden Krematorien vor fünf Jahren ist die Zahl der Einäscherungen um rund 1400 gestiegen, insgesamt waren es 8820 Urnenbeisetzungen im Jahr 2018. Das sagte Uwe Kunzler, Geschäftsführer der Vereinigten Feuerbestattung Saar GmbH (VFS), beim Besuch des Völklinger Ortsrats im Krematorium. Der Ortsrat schaut sich regelmäßig wichtige Einrichtungen in der Stadt an.

An jedem Standort waren das weit über 4000 Einäscherungen, sagte Kunzler. Mit der Zahl von 8820 gehöre die VFS zu den fünf größten kommunalen Krematorien in Deutschland, teilte Kunzler weiter mit: „Vor allem in Völklingen hat es angezogen, Saarbrücken war schon auf einem hohen Niveau.“ Das Geschäft mit den Feuerbestattungen laufe so gut, dass die VFS mindestens je 100 000 Euro Überschuss zweckgebunden an die Städte Saarbrücken und Völklingen für die Friedhöfe ausschütte.

Die Konkurrenz im Geschäft mit den Feuerbestattungen sei aber groß, erklärte der Geschäftsführer. So gebe es Krematorien in Luxemburg, Hermeskeil und neuerdings auch in Enkenbach-Alsenborn. Deshalb sei die Fusion der beiden Krematorien an der Saar auch so wichtig gewesen. Das Einzugsgebiet der Saarbrücker Anlage gehe bis nach Frankreich, Völklingen bediene viele kleinere Kommunen im Saarland. Kunzler: „Wir stehen sehr gut da.“

Weil die Anlage in Völklingen so gut ausgelastet ist, will die VFS sie erweitern. Rund 600 000 Euro werde der Anbau kosten. Doch hier müsse die Ausschreibung abgewartet werden. Trauerraum und Trauercafé sollen in den Anbau ausgelagert werden. Dazu kommen weitere Kühlregale für 60 Särge. Außerdem werde bereits Platz für einen dritten Ofen geschaffen, der in einigen Jahren in Betrieb gehen könnte, berichtete der Geschäftsführer. Behindertengerechte Toiletten soll es ebenfalls geben. Kunzler hofft, dass die Bauarbeiten vor den Sommerferien beginnen und der Anbau bis zum Jahresende fertig ist.

In Saarbrücken sind zunächst keine größeren Investitionen geplant. Die VFS habe die alte Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof gekauft und dort ein Glaskunst-Kolumbarium errichtet. Das ist eine Urnenwand mit mehreren Fächern. Pro Fach können bis zu vier Urnen beigesetzt werden. Am Standort Völklingen will Kunzler spätestens im nächsten Jahr auch ein Kolumbarium für die Urnenbeisetzung errichten. Er sei bereits im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD). „Das muss letztendlich der Stadtrat entscheiden und bedarf der Genehmigung des Sozialministeriums“, so Kunzler.

Das Glaskunst-Kolumbarium auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof. Beim Tag der offenen Tür am 5. April präsentierte die Vereinigte Feuerbestattung Saar auch eine von Künstlerinnen gestaltete Urne aus Kristallglas. Foto: Feuerbestattung Saar

Nach dem Vortrag des Geschäftsführers besichtigten die Ortsrats-Mitglieder das Krematorium. In dem Trauerraum können Angehörige, wenn sie das wollen, die Einfahrt des Sarges in den Ofen live auf einem Bildschirm miterleben. Jeder Verstorbene erhält eine Nummer, die auf einem feuerfesten Schamottstein eingraviert ist und dem Sarg beigelegt wird. Dieser Stein wird später in die Urne gelegt. Auch auf dem Urnendeckel steht diese Nummer. So wird garantiert, dass die Angehörigen auch wirklich die Asche ihres nahen verstorbenen Verwandten beisetzen, teilt die VFS mit.