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27:26-Erfolg gegen Aufstiegskandidat
Die HSG Völklingen spielt nahe am Optimum

Völklingens Alexander Saunus (mit Ball) sagt: „Wir haben fast alles getroffen.“
Völklingens Alexander Saunus (mit Ball) sagt: „Wir haben fast alles getroffen.“ FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
Völklingen. Der Handball-Oberligist besiegt den Aufstiegskandidaten Sportfreunde Budenheim mit 27:26. Von Mirko Reuther

Fünf Sekunden sind in der Partie der Handball-Oberligisten HSG Völklingen und den Sportfreunden Budenheim noch zu spielen, als Budenheims Lukas Scheer zum Sprungwurf hochsteigt. Er visiert die rechte Torecke an, wirft – Völklingens Christian Jung zieht blitzschnell den rechten Arm in die Höhe und wehrt den Ball ins Toraus ab. Danach ist die Partie zu Ende. Völklingen gewinnt sein Heimspiel gegen den Aufstiegskandidaten mit 27:26 (20:13) und holt zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.


„Ich habe darauf spekuliert, dass der Halbrechte der Budenheimer den Wurf selbst nehmen will und nicht mehr abspielt. Die Erleichterung, dass ich richtig lag, ist riesig“, sagte Christian Jung. Den Grundstein zum Sieg legte seine Mannschaft mit einer überragenden ersten Halbzeit. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (6:6) setzen sich die Völklinger Mitte der ersten Halbzeit ab. Hinten lieferte Torwart Matthias Reuber, der den erkrankten Andrej Kessler vertrat, eine starke Partie ab. Und vorne trafen die Gastgeber fast nach Belieben. Niklas Louis sorgte mit einem sehenswerten Heber zur 11:8-Führung. Kurz darauf traf Marius Merziger von Rechtsaußen zum 14:9. Als Christian Jung vor der Halbzeit das 19:13 erzielte, rieben sich die etwa 150 Zuschauer in der Hermann-Neuberger Halle verwundert die Augen. Wer war hier das Kellerkind und wer der Aufstiegskandidat?

Einen Höhepunkt hatte die erste Hälfte noch zu bieten. Die HSG Völklingen bekam mit der Halbzeitsirene einen Freiwurf zugesprochen. In der Regel ist das keine gefährliche Situation, weil sich der gegnerische Block komplett vor dem Schützen aufbauen kann. HSG-Spieler Alexander Saunus störte das nicht. Er jagte den Ball mit Wucht in den rechten Torwinkel. „Vielleicht fünf Mal bei hundert Versuchen“ ginge so ein Ball ins Tor, sagte Saunus – und grinste. Er ergänzte: „Die erste Halbzeit war nahe am Optimum. Wir haben fast alles getroffen.“



Das sahen auch seine Mitspieler so. „Jawoll Jungs!“, schrie Rückraumspieler Niklas Hoff in der Halbzeit seine Freude heraus, bevor Lars Walz die Kabinentür zuknallte. Entschieden war die Partie aber noch lange nicht. „Die erste Halbzeit war kräftezehrend. Wir konnten die Konzentration nicht mehr hochhalten“, sagte Christian Jung. Vor allem kam Völklingen nicht damit zurecht, dass Budenheim nach der Pause mit einer offensiveren Abwehr spielte. Waren die Treffer aus dem Rückraum in der ersten Halbzeit noch gefallen wie reife Früchte, tat sich die HSG nach dem Seitenwechsel schwerer.

Die Gäste, die als Tabellenzweiter angereist waren, spielten deutlich stärker auf. Die Völklinger kämpften, konnten aber nicht verhindern, dass Budenheim Tor um Tor aufholte – und neun Minuten vor dem Ende zum 25:25 ausglich.

Die womöglich spielentscheidende Szene ereignete sich dann eine Minute später. Die Gäste hatten bei Ballbesitz die Chance, erstmals in der Partie in Führung zu gehen – aber Völklingens Thomas Jung schnappte sich einen Ball im Budenheimer Aufbauspiel und traf zum 26:25. Kurz darauf erhöhte Merziger vom Kreis auf 27:25. Die Gäste verkürzten zwei Minuten vor dem Ende auf 26:27 und hatten Sekunden vor dem Ende die Chance zum Ausgleich. Doch der blitzschnelle Arm von Christian Jung sicherte der HSG Völklingen den Sieg. „Zwei Punkte ausgerechnet gegen Budenheim – das war nicht unbedingt eingeplant. Umso schöner, dass es geklappt hat“, sagte Christian Jung.

Am kommenden Samstag um 18 Uhr spielt der Tabellenzwölfte HSG Völklingen beim Tabellensiebten HSG Rhein-Nahe-Bingen.