Handball-Oberliga: Die HSG steht vor dem nächsten Umbruch

Handball-Oberliga : Die HSG steht vor dem nächsten Umbruch

Völklingen hat sich in der Handball-Oberliga souverän den Klassenverbleib gesichert. Jetzt muss der Verein seine Mannschaft zum wiederholten Mal umbauen. Die Saisonvorbereitung beginnt am 20. Juni. Ziel ist Platz neun.

Die Freude war groß bei der HSG Völklingen. Trotz einer 17:26-Niederlage am letzten Spieltag der Handball-Oberliga gegen Meister VTZ Saarpfalz konnte der Club zum dritten Mal in Folge den Klassenverbleib feiern. Der stand schon einige Zeit vor dem letzten Saisonspiel fest. Am Ende hatte die HSG als Tabellen-13. zwölf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „Das ist für uns unter den gegebenen Umständen wie eine kleine Meisterschaft“, hatte Trainer Berthold Kreuser nach dem Saisonfinale gesagt (wir berichteten).

Der Grund: Wie in den Jahren zuvor hatte die HSG Völklingen im Sommer 2017 Leistungsträger abgeben müssen. Unter anderem verließen die erfolgreichsten HSG-Torschützen Niklas Eberhardt (zu VTZ Saarpfalz) und Mathieu Geoffrey (berufsbedingt nach Südfrankreich) den Club. „Das wollen wir über das Kollektiv kompensieren“, hatte Kreuser vor der Saison gesagt. Das gelang nur bedingt. Mit 710 Treffern hatte seine HSG in der jetzt abgelaufenen Saison den schwächsten Angriff der Liga.

„Dafür haben wir uns in der Defensive deutlich gesteigert“, lobt Kreuser. Nur vier Mannschaften kassierten weniger Gegentore als die HSG Völklingen (759). Dafür mitverantwortlich war einer der Neuzugänge: Torhüter Andrej Kessler, der vom Oberliga-Absteiger HSV Merzig-Hilbringen kam. „Er hat die Erwartungen mehr als erfüllt“, sagt Kreuser über seinen Schlussmann.

Auch Rückraumspieler Lars Walz, der von der HG Saarlouis kam, schlug gut ein. Nach nur einer Saison wird er die HSG Völklingen aber wieder verlassen – und zum künftigen Drittligisten Saarlouis zurückkehren. Auch Niklas Louis – in dieser Saison einer der Völklinger Leistungsträger und mit der beste Torschütze – zieht es zum Drittligisten. „Jeder Abgang tut weh, aber dass Spieler wie Niklas Louis oder Lars Walz gehen, ist natürlich schade“, erklärt Kreuser: „Andererseits ist es natürlich für einen Trainer schön zu sehen, wenn Spieler sich so weiterentwickeln, dass sie für höherklassige Clubs interessant werden.“

Neben Louis und Walz verlassen Pascal Simon, Max Zipfel und Jörn Montag den Oberligisten. Fünf Neuzugänge wurden verpflichtet, um die Abgänge zu kompensieren. Bis auf Rückkehrer Norbert Petö (von den HF Illtal) kommen alle aus unteren Klassen. Für Völklingen steht also der nächste nicht ganz so leichte Umbruch an.

„Immer, wenn wir eingespielt sind und die Mechanismen greifen, müssen wir wieder neues Personal einbauen“, sagt Kreuser. Der 56-Jährige ergänzt: „Es steht außer Frage, dass ich gerne mal drei bis vier Jahre mit demselben Personal arbeiten würde, um etwas aufzubauen. Aber in den letzten Jahren hat das aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert.“ Dass der erneute Umbruch gelingt, davon ist er überzeugt:  „Wir werden hart dafür arbeiten.“

Am 20. Juni beginnt die Vorbereitung auf die am ersten September-Wochenende beginnende neue Spielzeit. „In der ersten Phase der Vorbereitung ist Grundlagen-Ausdauer angesagt. Das wird schweißtreibend. Und das ein oder andere Mal werden die Spieler da ein zweites Trikot brauchen. Danach geht es an den taktischen Feinschliff“, erklärt Kreuser. Als Ziel für die neue Saison hat er Platz neun ins Auge gefasst. „Es wäre schön,  auf diesem einstelligen Tabellenplatz zu landen“, sagt der 56-Jährige. Wie realistisch dieses Saisonziel ist, kann er noch nicht sagen: „Das hängt auch davon ab, wie sich die anderen Mannschaften verstärken.“

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