1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Völklingen

Die Bibliothek in Lauterbach soll bleiben

Die Bibliothek in Lauterbach soll bleiben

Am Mittwochabend traf sich der Lauterbacher Ortsrat zu seiner letzten Sitzung 2014. Man diskutierte über die Bücherei im Stadtteil, die Internetseite, über Stadtteil-Verschönerung – und über Ortsräte.

Hauptthema bei der letzten Sitzung des Lauterbacher Ortsrates in diesem Jahr war die Bücherei. Wie Ortsvorsteher Dieter Peters (SPD ) mitteilte, will die Stadt Völklingen keine Bibliothek mehr im Stadtteil einrichten. Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zur Ausleihe. Damit möchte die Verwaltung pro Jahr Personalkosten von knapp 7000 Euro und Materialkosten von etwa 900 Euro einsparen. Peters berichtete, nach Auskunft von Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU ) könne sich Lauterbach an dem Modell in Geislautern orientieren. Dort stehe die Völklinger Stadtbibliothek beratend zur Seite, und die Einrichtung werde von Ehrenamtlern geleitet.

Die Aussagen des Bürgermeisters stießen bei den Fraktionen auf Unverständnis. "Wir als Ortsrat sollten uns das nicht gefallen lassen", sagte Arno Broy (CDU ). Die Verwaltung sei nie auf die Vorschläge des Ortsrats eingegangen. Die Zahl der Ausleihen sei vor allem dadurch zurückgegangen, dass die betreffende Betreuerin oft krank gewesen sei, wodurch die Bücherei generell oft geschlossen war. Auch der stellvertretende Ortsvorsteher Erik Roskothen (SPD ) äußerte seinen Unmut: "Gegen was wehrt man sich eigentlich bei der Verwaltung?" Man habe doch bereits Ehrenamtler gefunden, die die Ausleihe organisieren würden. Außerdem habe man bereits vor dem Umbau der Lauterbachhalle geklärt, dass die derzeitige Unterkunft in der Halle nur eine Zwischenlösung sei. Im Endeffekt solle die Bücherei wieder in der Schule landen - das sei auch Wunsch der Schule, die Kinderbücher aktuell in Eigenregie ausleihe. Einstimmig votierte der Ortsrat für "Bestandsschutz": Die Bücherei soll erhalten bleiben.

Ein weiteres Thema war die Internetseite des Völklinger Stadtteiles. Roskothen regte an, zu prüfen, ob eine Nutzung der Adresse "www.lauterbach.saarland“ neben der derzeitigen Adresse "www.lauterbach-warndt.de“ möglich sei. Die Rechte der ersten Adresse lägen zurzeit noch bei der Stadt Völklingen, die Top Level Domain ".saarland" werde über das Wirtschaftsministerium vertrieben. Dieses sei "daran interessiert, diese Domains mit Leben zu füllen", habe Erik Roskothen bei einem Sondierungsgespräch festgestellt. Gepflegt werden könne die Seite dann von der Arbeitsgemeinschaft Lauterbach (AGL), die auch die Kosten tragen könne.

Ansonsten schaute der Ortsrat zurück aufs Jahr. Wiederkehrende Themen waren die Umgestaltung des Paulinusplatzes vor dem Warndtdom oder der Umbau der Lauterbachhalle. Zwei Resolutionen hat man verabschiedet, zur Geruchsbelästigung aus dem Chemiewerk in Carling und für eine Verbesserung der Wasserqualität des Lauterbachs. Als Nächstes, sagte Peters, sei es sinnvoll, sich wieder an "Unser Dorf hat Zukunft" zu beteiligen. Hierfür biete das Land unter anderem Workshops an, für die sich der Ortsrat bewerben wolle. Außerdem könne man sich um Leader-Förderung bewerben, etwa für den weiteren Ausbau des Paulinusplatzes. "Finger weg von den Ortsräten": Mit diesem Plädoyer sprach Roskothen seinen Ortsratskollegen aus der Seele. Ortsräte hätten eine wichtige Funktion im Sinne aktiver Bürgerbeteiligung. Deswegen sei es verkehrt, bei diesen Gremien den Sparstift anzusetzen.