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Die Bergehalde Ludweiler ist zur Heimat für seltene Tierarten geworden

Ludweiler : Halde wandelt sich zur Naturoase

Ob und wann das Ludweiler Bergbaurelikt Naherholungsgebiet wird, ist noch offen.

Bergehalden im Warndtrevier als neuer Lebensraum?  Ob und wann die ehemalige Halde Ludweiler  „Natur aus zweiter Hand“, Lebensraum für bedrohte Arten und gleichzeitig neues Naherholungsgebiet für die Bevölkerung wird, steht noch nicht fest.

Sabine Laval, Vorstandsmitglied im Naturschutzbund (Nabu) Warndt, hat die Saarbrücker Zeitung vor wenigen Tagen zu einem Rundgang um die Halde eingeladen. Dort beobachten die Nabu-Aktivisten seit geraumer Zeit Tiere und Pflanzen, die in der Region selten geworden sind. Sie finden dort Wechselkröten, Regenpfeifer, Hasen, Kröten, Gräser, Kräuter und Blumen.

„Das ist ein schützenswertes Gebiet, bei dem es sich lohnt, es sachgerecht zu rekultivieren. Zumal es unter dem Gesichtspunkt Naherholung ebenfalls interessant erscheint“, sagt Laval, die zeitlebens in der Nachbarschaft wohnt.

Früher sei in der Nähe der Straße „Im großen Graben“, wie so oft im Warndt, Sand abgebaut und von der Grubenverwaltung zur Verfüllung der Stollen verwendet worden. Im Nachgang  dazu habe die  RAG Aktiengesellschaft (ehemals Ruhrkohle AG) das Gebiet mit Berge, dem Abfallprodukt bei der Kohlegewinnung, verfüllt.

Diese Arbeiten laufen seit über zehn Jahren. Das bestätigte Traudel König,  die Pressesprecherin der RAG, auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. „Zur  Rekultivierung gehört, dass unter anderem ursprüngliche Senken und Abgrabungen aufgefüllt werden müssen“, teilt die Pressesprecherin mit.

Die gesamte Halde werde „unter Berücksichtigung der Standsicherheit“ und in Absprache mit den Behörden  derzeit mit Bodenmassen aufgefüllt, „...um eine geordnete Entwässserung des Haldenkörpers zu ermöglichen“. König: „Diese Arbeiten werden noch voraussichtlich drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Erst dann kann für die Halde die Bergaufsicht beendet werden.“

Ob und wann jedoch die Bergehalde in Ludweiler der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, hängt, wie die Pressesprecherin weiter mitteilt, davon ab, „...wer die Halde nach Beendigung der Bergaufsicht übernimmt und welche Folgenutzung er damit verbindet.“ Zuversichtlich aus Sicht der Naturschützer stimmt die Tatsache, dass die RAG mit dem Nabu Warndt bereits eine Kooperation vereinbart hat.

Das bestätigt Sabine Laval vom Nabu Warndt: „Die RAG hat sich in der Vergangenheit unseren Vorstellungen gegenüber immer geöffnet.“ So sei beispielsweise ein Zaun gebaut worden, um  die selten gewordenen Wechselkröten nicht durch die großen Baumaschinen zu gefährden.

Laval zeigt sich abschließend zuversichtlich, „...dass eines Tages dieses schöne Gebiet, das längst nicht allen bekannt ist, sowohl der Naherholung als auch dem Artenschutz dient.“