Deutschlands bester Zimmerer

Mario Bernardi hat gebüffelt, was das Zeug hält. Die Mühe hat sich gelohnt. Der 21-Jährige Zimmerer ist landesbester Auszubildender aller Bauberufe und bundesbester Azubi seines Fachs.

Kein anderer hat sich so in seine Ausbildung gekniet wie Mario Bernardi. Der Zimmerer ist nicht nur Prüfungsbester seines Jahrgangs sondern hat seine Ausbildung auch als bester unter allen Bau-Azubis gleich welchen Berufs im Saarland abgeschlossen.

Nun arbeitet der 21-Jährige als fester Mitarbeiter bei der Anton Bernardi GmbH in Geislautern , im Betrieb seines Vaters. "Es war schon immer mein Wunsch hier zu arbeiten. Auf freiwilliger Basis habe ich bereits mehrere Praktika hier gemacht und war vom ersten Tag an sehr interessiert an der Arbeit als Zimmerer. Daher habe ich direkt gewusst, dass ich hier meine Ausbildung machen möchte", erzählt Mario Bernardi. Der Weg in den Familienbetrieb war vorgezeichnet.
Tennis musste warten

Am Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrum I (TGBBZ) in Saarbrücken erhielt er die dreijährige schulische Ausbildung. "Im ersten Jahr, die sogenannte Baugrundstufe, erhält man einen groben Einblick in alle Bauberufe . Das ist in jedem Baugewerbe so und erweist sich als sehr hilfreich, da man so in nur zwei Jahren in einen anderen Bauberuf wechseln kann, falls notwendig. Wir hatten immer zweiwöchigen Blockunterricht im ersten Jahr und später einmal in der Woche. Zwischendurch waren wir immer wieder auf der Überbetrieblichen in Schafbrücke", sagt Bernardi. Für die Prüfungsvorbereitung habe er sich eine Woche vorher frei genommen und durchgebüffelt. Sein Tennistraining musste darunter ein wenig leiden: "Seit dem fünften Lebensjahr spiele ich Tennis . Aber nicht als Profi sondern mehr für den Spaß und die Bewegung", erzählt der Ludweilerer, der sich auch gerne mit Freunden trifft und ins Kino geht.
Von Erfolg überrascht

"In der schriftlichen Prüfung ging es um Berechnungen von Längen und Winkeln oder zum Beispiel Holzarten. In der praktischen Prüfung musste ein Kehlsparrenmodell mit zwei Flugsparren und zwei Schiftern gebaut werden. Das ist eine bestimmte Art von Gebälk des Daches. Hierbei bin ich in den letzen Minuten ganz schön ins Schwitzen gekommen, da ich es eigentlich langsam angehen wollte und mir dann die Zeit verloren ging. Am Schluss hat es ja scheinbar doch gereicht", sagt der Zimmerer mit einem Grinsen. Beim Landeswettbewerb und auch beim Bundeswettbewerb musste er jeweils ein besonders schwieriges Dachmodell gestalten, was er mit Bravour meisterte. Er gewann beide Wettbewerbe.

"Ich hätte nie gedacht dass ich so gut abschneide und habe mich wirklich sehr gefreut", erzählt Bernardi stolz. Einen guten Trainer hat er auch, sein Vater ist der Bundestrainer der Zimmerer und engagiert sich seit Jahren bei Berufswettbewerben. Nur zur Weltmeisterschaft darf Mario nicht mehr reisen, er hat die Altersgrenze ganz knapp überschritten.