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Der Sicherheitsbeirat Völklingen kümmert sich seit 22 Jahren um die Stadt

Bürgerbeteiligung : „Wo es sauber ist, ist es grundsätzlich sicherer“

Seit 22 Jahren kümmert sich der Völklinger Sicherheitsbeirat um die Belange der Bürger. Eine saubere Stadt gehört dazu.

Was hat Müll mit Sicherheit zu tun? Viel, findet Werner Michaltzik. Der 67-jährige Ex-Polizist ist seit 22 Jahren im Völklinger Sicherheitsbeirat organisiert und leitet ihn inzwischen auch als Vorsitzender. Er ist eines der wenigen Mitglieder, die von Anfang an dabei waren.

Gerade erst habe die innerhalb des Beirats organisierte Arbeitsgemeinschaft „Lebenswertes Völklingen“ Müll eingesammelt. Aktionen dieser Art gebe es regelmäßig, berichtet Michaltzik. Aus gutem Grund: „Wo es sauber ist, ist es grundsätzlich sicherer“, sagt er. Dabei komme es allerdings vor allem auf die „gefühlte Sicherheit“ der Bürger an. Viele der gängigen Befürchtungen – beispielsweise Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden – seien mit Blick auf die Kriminalstatistik ziemlich irrational. „Aber das glauben viele Menschen eben nicht.“

Die Aufgaben des Sicherheitsbeirats sind aber weitaus vielfältiger, auch wenn das Ziel am Ende immer vor allem eines ist: Prävention. Zu diesem Zweck versucht der Sicherheitsbeirat, auch die Schulen ins Boot zu holen. Neben Filmvorführungen über Mobbing sind auch Drogen- und Alkoholmissbrauch immer wieder Themen. Sicherheit in den Schulbussen hat für Michaltzik ebenfalls hohe Priorität. Zu diesem Zweck hatte der Sicherheitsbeirat in der Vergangenheit Busbegleiter eingesetzt, von denen momentan allerdings nicht mehr viele übrig sind. Wie alle Mitglieder des Sicherheitsbeirats arbeiten diese nämlich ehrenamtlich. Das sei auch der Grund, weshalb eher ältere Menschen Teil des Beirates sind, was Michaltzik sehr bedauert. Aber neben der normalen Arbeit sei es vielen nicht möglich, sich regelmäßig zu engagieren.

Trotzdem ist der Sicherheitsbeirat Völklingen eine Erfolgsgeschichte: In keiner anderen Kommune im Saarland habe sich eine solche Institution so lange gehalten. Dabei gebe es Beispiele aus anderen Ländern, in denen ein solcher Beirat für die Kommunen Pflicht ist, damit die Bürger bei allen Belangen, die Sicherheit betreffen, aktiv eingebunden werden.

Bei ihrer Müllsammelaktion am Alten Brühl fand die AG Lebenswertes Völklingen große Mengen Unrat und Elektroschrott. Foto: Alexander Benzmüller / AG Lebenswertes Völklingen

Ob das flächendeckend nötig ist, hält Michaltzik aber für fraglich: Schließlich hätten sich Sicherheitsbeiräte in anderen saarländischen Ortschaften vor allem deswegen wieder aufgelöst, weil es für sie nichts zu tun gab.