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Schwerer Unfall bei der Warndt-Rallye: Der Seriensieger zerlegt seinen Rennwagen

Schwerer Unfall bei der Warndt-Rallye : Der Seriensieger zerlegt seinen Rennwagen

Der dreimalige Saarlandmeister Rainer Noller erleidet bei einem Unfall bei der Warndt-Rallye einen Schlüsselbeinbruch.

Bis zum vergangenen Samstag war die Warndt-Rallye für den dreimaligen Saarlandmeister Rainer Noller ein gutes Pflaster: Bei vier Starts hatte er sich bei der Veranstaltung des SST Saarbrücken jedes Mal zum Gesamtsieger gekrönt. Auch bei der 14. Auflage gehörten dem Schwaben die Schlagzeilen – diesmal in negativer Hinsicht.

„Bei hoher Geschwindigkeit kamen wir auf Wertungsprüfung 2 von der Strecke ab und flogen in den Wald“, schildert Noller die Ereignisse auf der Wertungsprüfung (WP) Warndtweiher, wo ihm und Co-Pilotin Tanja Schlicht zum Ende des 5,8 Kilometer langen Teilstücks eine schnelle Kurvenkombination zum Verhängnis wurde.

Die Jagd nach dem 99. Rallye-Gesamtsieg endete für Noller damit nicht nur früh, sondern sogar im Krankenhaus. Während er die Klinik mit Schlüsselbeinbruch und Prellungen am Abend verlassen konnte, erwischte es Schlicht mit einem Brustwirbelbruch schlimmer. Der Mitsubishi Evo 9, mit dem Noller auf WP 1 Bestzeit gefahren war, sei nur noch „Kernschrott“.

Das frühe Aus des Favoriten trübte die Laune des Schnellsten bei der Warndt-Rallye. „Einerseits ist da Freude über den Sieg. Aber im gleichen Atemzug bedrückte Stimmung, weil ein gut befreundetes Team, das mit Sicherheit den Sieg geholt hätte, schwer verunglückt ist. Die Vereinskollegin liegt im Krankenhaus. Feierlaune kommt daher nicht wirklich auf“, sagte Markus Löffelhardt nach der Siegerehrung.

Der 28-Jährige aus Neuenstein, das nicht weit von Nollers Heimatort Abstatt entfernt liegt, holte in seinem heckbetriebenen BMW E 36 in 16:46 Minuten den Gesamtsieg. Löffelhardt gewann fünf der ursprünglich acht WPs – die zweite Prüfung wurde nach dem Abflug von Noller neutralisiert – und erreichte mit 7,1-Sekunden schneller als Oliver Bliss aus Friesenheim mit seinem Beifahrer Stefan Grundmann aus Orscholz im Evo 6 wieder das Fahrerlager an der Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen.

Dritter wurde mit 11,2 Sekunden Rückstand der Luxemburger Patrick Gengler aus Mamer im Evo 8. Löffelhardt sagte: „Vergangenes Jahr waren wir das erste Mal hier und sind mit Getriebeschaden ausgefallen. So gesehen hatten wir hier eine Rechnung offen. Das haben wir mit Bravour hinbekommen, aber wie gesagt ist das alles überschattet.“

Der bester Saarländer war als Siebter Kai Stumpf aus Göttelborn, der in seinem BMW 320 mit seinem Co-Pilot Martin Brack aus Landsweiler 45,6 Sekunden Rückstand auf Sieger Löffelhardt hatte. Der 27-Jährige übernahm aber durch Nollers Ausfall und den eigenen Klassensieg die Halbzeitführung in der Saarländischen Rallye-Meisterschaft, in der am Samstag, 16. September, mit der Rallye Kohle & Stahl der fünfte von acht Läufen ansteht. Ob Noller, der Sieger der ersten drei Läufe der Saarlandmeisterschaft, dann wieder fahren kann, bleibt nach dem schweren Unfall abzuwarten. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut, „wir werden aber erst mal eine Rallye-Auszeit nehmen“, erklärte der Schwabe.

Eine Pause hat Franco Decker bereits hinter sich. „Mit dieser Platzierung hätte ich nicht gerechnet, da ich sieben Monate nicht gefahren bin. Deshalb war es mit Gesamtrang zehn und dem Klassensieg ein Top-Ergebnis für mich“, sagte der Schiffweilerer, der an einem neuen Rallye-Gefährt tüftelt und am Samstag im Warndt in seinem alten BMW drittbester Saarländer wurde. Zwei Ränge hinter dem nächsten Schiffweilerer Jörg Broschart, der sich durch einen Plattfuß am Evo 9 gleich zu Beginn 29 seiner am Ende 47 Sekunden Rückstand eingehandelt hatte.