Der Rhythmus des Lebens

Völklingen. "Der Ort war mir sehr wichtig", sagt Magdalena Grandmontagne und schaut hinaus. Hier oben im zweiten Stock im Neubau des Herz-Zentrums Saar geht der Blick über die streng gegliederte Glasstahlfassade hinaus ins wuchernde Grüngelb der Bäume

Völklingen. "Der Ort war mir sehr wichtig", sagt Magdalena Grandmontagne und schaut hinaus. Hier oben im zweiten Stock im Neubau des Herz-Zentrums Saar geht der Blick über die streng gegliederte Glasstahlfassade hinaus ins wuchernde Grüngelb der Bäume. Organisches trifft die Strenge eines Systems; doch ist es kein Gegensatz, der beide bestimmt, sondern ein wohlerwogenes Miteinander. Damit scheint die in Dillingen und im lothringischen Filstroff-Beckerholz lebende Malerin und Grafikerin am richtigen Ort. Geht es doch auch hier, im Herz-Zentrum Saar, darum, die Lebenskraft, den Elan vital, mit System und Ordnung in ein wohlerwogenes Verhältnis zu setzen. "Eine Hommage an die Lebenskraft" hat sie ihre Ausstellung überschrieben, mit der das Herz-Zentrum im Neubau des Hauses seine Galerie eröffnet. "Im Neubau machen wir einen Neuanfang", erklärt Klinikchef Dr. Helmut Isringhaus. Der Neubau mit seiner großzügigen Lobby und seinen offenen Etagen empfehle sich dazu, gerade "weil er auch eine Galerie hat". Zweimal im Jahr sorgt von nun an die Gesellschaft zur Förderung des Herz-Zentrums Saar e.V. dafür, dass Kunst ihren Platz hat, "wobei wir nicht nur auf Künstler der Region festgelegt sind". Magdalena Grandmontagne erweist sich auch hier mit rund 30 Arbeiten als idealer Gast. Denn die im Saarland geborene Künstlerin absolvierte ihr Studium in Nizza und hielt viele Jahre ein Atelier in Südfrankreich, bis sie es in nahe Lothringen verlegte. Es passt, geht es ihr doch auch hier im Haus um den Lebensrhythmus, den es gleichermaßen zu fördern und zu bewahren gilt. Der Stoff, der für Grandmontagne zum Partner und Gegenspieler wird, ist das Blei. Der Witterung ausgesetzt oder dem Rhythmus tanzender Füße, offenbart es seine Gestalt. Magdalena Grandmontagne greift es buchstäblich mit ihren Händen ab, macht seine Farben sichtbar und setzt es in das aus kleinen Quadraten zusammengesetzte Raster in ihren Gemälden ein. Grau wechselt zu Gold in Grandmontagnes Bildern. "Es geht darum, etwas zu veredeln", sagt sie und fügt hinzu, "dass es etwas anderes wird." Veränderung, Verwandlung, Besserung - darin begegnen sich Kunst und heilender Beruf.Ausstellung bis zum 31. März im Herz-Zentrum Völklingen, Richardstraße. Öffnungszeiten täglich von 9 bis 18 Uhr.