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Der Prometheus von Arman im Verkehrskreisel in Völklingen

Kunst im öffentlichen Raum : Der unsichtbare Prometheus im Kreisel

In Völklingen steht eine Skulptur des weltberühmten Bildhauers Arman.

Eine der Hauptverkehrsadern von Völklingen, die Rathausstraße, bildet vor dem Eingang des Weltkulturerbes Völklinger Hütte einen Verkehrskreisel, samt kleiner Platzanlage. Die Autofahrer, die diesen Kreisel passieren, umfahren dabei auch ein bemerkenswertes Kunstwerk, die sieben Meter hohe Plastik „Prometheus“ von Arman, eigentlich Pierre Fernandez Armand.

Arman war ein bekannter französisch-amerikanischer Objektkünstler, der 1928 in Nizza geboren wurde. Im Jahr 1960 war er Mitbegründer der Bewegung „Les Nouveaux Réalistes“ in Paris. Ab dieser Zeit experimentierte er mit Gegenständen, die er einfärbte und auf Leinwände abdruckte, sowie Werken, die aus den Inhalten von Mülltonnen und Papierkörben bestanden.

Berühmt wurde er mit Skulpturen, in denen er mehrere Gegenstände miteinander kombinierte, die sowohl unverändert, als auch zerstört waren. In den 1990er Jahren widmete er sich den Arbeiten großer Komponisten und deren Instrumente. Arman gelang, dass er mit seinen Werken sowohl irritierte und experimentierte, aber auch erfolgreich und preisgekrönt war. Er verstarb 2005 in New York.

Das Völklinger Kunstwerk „Prometheus“ stammt aus dem Jahr 1998, dem Jahr, in dem Arman eine große Retrospektive in der Galerie Nationale du Jeu de Paume in Paris hatte. Und es war das Jahr, in dem in der Völklinger Hütte die große „Prometheus-Ausstellung“ für Aufsehen sorgte, an die sie bis heute erinnert.

Die Skulptur besteht aus drei übergroßen, miteinander verbundenen, rostigen Stahlelementen. In der Mitte auf einem Sockel angebracht, befindet sich eine Stele, sie ist das tragende Element der Plastik. Daran wurde, in einem leichten Winkel verdreht, das halbe Klangkörperteil eines Cellos angebracht.

Auf der anderen Seite der Stele wiederum befindet sich ein Zahnrad. Stele und Zahnrad verweisen auf den Ort, auf die industrielle Vergangenheit der Völklinger Hütte. Das Teil des Cellos wiederum korrespondiert mit dem Motiv der Musik, das Arman zu jener Zeit thematisierte.

Das Werk ist am unteren Ende des Cello-Teils unübersehbar signiert. Die Skulptur ist allansichtig, denn wenn man die Plastik umrundet, ergibt sich jedes Mal ein neuer Aspekt, ein neuer Eindruck.

Leider wird das Kunstwerk von den meisten Autofahrern und Besuchern der Völklinger Hütte wohl kaum wahrgenommen. Denn zu sehr verliert sich die verrostete Stahlplastik, trotz ihrer Größe, vor der noch weitaus größeren, verrosteten Kulisse der Völklinger Hütte. Ursprünglich war sie wohl auch für den Deutsch-Französischen-Garten bestimmt, wo ihre mächtige, hohe, aber auch filigrane Silhouette wahrscheinlich besser wirken würde.