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Freiluft-Konzert in der City: Der Nachwuchs ist erwachsen geworden

Freiluft-Konzert in der City : Der Nachwuchs ist erwachsen geworden

Der Donnerstagabend steht in der Völklinger Innenstadt zurzeit regelmäßig im Zeichen der City Open Airs. Jetzt begeisterten Compliment of Soul im Pfarrgarten.

Während die Bandkollegen noch in aller Seelenruhe die Saiteninstrumente umschnallen, gibt Schlagzeuger Jonas Dauber bereits den flotten Beat vor. Und der ist unverkennbar, das Völklinger Quartett beginnt den Abend also am Ende des Alphabets. Bei „Z“, wie ZZ Top mit „Gimme all your lovin’“, später soll von den Texas-Rockern noch deren scharf gekleideter Mann, der „Sharp dressed man“ auf dem Programm stehen.

Und von Beginn an lassen Compliment for Soul keinen Zweifel. Die Band, zu der neben Schlagzeuger Jonas noch Bassist Mathias Contini, Gitarrist Philipp Roth und der singende Gitarrist Lukas Schüssler gehören, ist erwachsen geworden. Wirkten sie vor Jahren als Nachwuchsband noch ein bisschen verloren auf den großen Bühnen, verfügen sie inzwischen über allerhand Routine, die ein gerüttelt Maß an Selbstvertrauen verleiht. Da erschüttert die Jungs, und vor allem den Sänger selbst, kaum, das Lukas sich am Vortag des Auftritts noch einer schmerzhaften Zahnbehandlung unterziehen musste.

Meist spielen sie den soliden Rock, den ihre Eltern hörten. Oder, wie sie es selbst formulieren: „Wir versetzen Euch zurück in die Zeit, in der ihr volles Haar und zerrissene Jeans getragen habt.“ Gelegentlich spielen sie auch die Rockhits ihrer Generation. Zum Beispiel „Learn to fly‘“ von den Foo Fighters.

Der Völklinger Pfarrgarten ist zu diesem Zeitpunkt bereits so voll wie noch nie in der laufenden Saison der City Open Airs, die 1000-Zuhörer-Marke für ein einzelnes Konzert ist locker geknackt.

Auch Ausreißer in die 1950er Jahre haben die Compliments zu bieten. „Johnny B. Goode“ etwa und den Jailhouse-Rock des „King“ Elvis Presley. Einen Titel, den das Quartett nutzt, um sich bei kurzen Solos kurz persönlich feiern zu lassen. Philipp ist es, der die Bandkollegen dem Publikum namentlich vorstellt.

Er selbst ist erst einige Titel später dran, als er bei einem ausschweifenden Alleingang sein technisches Spielzeug einsetzt. Die Talkbox. Sein Gitarrenklang wird dabei von einem kleinen Lautsprecher in einen Plastikschlauch geleitet. Ein Ende des Schlauchs nimmt der Gitarrist dabei in den Mund, was ihm erlaubt, den Gitarrenklang innerhalb der Mundhöhle zu verändern. Sein Mikrofon leitet das Ergebnis zum Mischpult, über das der neue Klang auf die an das Publikum gerichteten Lautsprecher kommt.

Und so wissen die Compliments auch Fans zu überzeugen, die sie von Beginn an kennen. Wie Lothar Bennoit: „Die haben wirklich ein breites Spektrum.“ Das aber an dieser Stelle noch nicht ausgeschöpft ist. Glam-Rock haben sie noch im Programm. „Ballroom Blitz“ von Sweet, bei dem Bassist Mathias den verrückt klingenden Gesangspart übernimmt. Und dann noch einen der größten Rockhits aller Zeiten. „Another brick in the wall“ von Pink Floyd. „Und jetzt dürft ihr“, so Philipp, nachdem die Band die erste Strophe gesungen hat. Und den folgenden Text kennen sie dann fast alle. Angefangen bei „We don’t need no education“ bis hin zum gemeinschaftlichen Aufschrei, die Lehrer mögen einen in Ruhe lassen: „Hey, teacher, leave us kids alone!“