Der Liebe ein Denkmal setzen

Die Theatergruppe Titania der Volkshochschule Völklingen hat sich an ein Thema gewagt, das niemanden kalt lässt und gleichzeitig so alt ist wie der Bart des Zeus. In zahlreichen Varianten bringt die Truppe den Dauerbrenner „Liebe“ auf die Bühne.

Das Thema Liebe ist ein Klassiker, ein Dauerbrenner mit vielen Gesichtern. Mal unerschütterlich, frisch und glücklich, mal tragisch und tollkühn, dann wieder tieftraurig und hoffnungslos. Genau diese Mischung und noch viel mehr ist es, die die Theatergruppe Titania aus Völklingen zur Spielzeiteröffnung vor ausverkauftem Haus im Alten Bahnhof ihrem Publikum präsentierte.

Texte, Gespräche und Monologe führen die meist noch sehr jungen Schauspieler; "Mein Geliebter" von Johannes vom Kreuz, "Eine kleine Liebesballade" von Francois Villon oder "Meine Ruh ist hin" von Goethe etwa finden in der Inszenierung von Jürgen Reitz und Ingrid Korb eine gänzlich eigene Interpretation.

Mit viel Lichtspiel der neuen LED-Technik und einer einfachen Kulisse zaubert das Ensemble eine mitreißende Atmosphäre in das Alte Bahnhofsgebäude. Schwarz sind die Kostüme, bunte Tücher und schrilles Augen-Make-up peppen das minimalistische Outfit der Bühnenmannschaft auf. Dynamisch, herzzerreißend, bewegend und intensiv spielen, tanzen und singen die Schauspieler, mit wenigen Mitteln sprechen sie textsicher über die unterschiedlichsten Ansichten zur Liebe. Was kann dieses süße Gefühl in der Magengegend nur alles auslösen! Wut, Hoffnung, Angst, Traurigkeit, Verzweiflung, Vertrauen, Zuversicht. All diese Emotionen lassen sich im Spiel der Völklinger Truppe wiederfinden, alle diese Emotionen drücken die neun Menschen auf der Bühne durch ihr enges und sicheres Mitein-ander aus. Monologe und Szenen gehen nahtlos ineinander über, werden zu Einem und präsentieren sich dem Publikum doch eigens und immer wieder in neuer und spannender Form.

Gesang und Tanz gehören ebenso zu dem unterhaltsamen und kurzweiligen Abend wie das Spiel auf einer Harfe, Tischrücken und ein Schattenspiel.

Insgesamt zeigen die Schauspieler untereinander eine große Nähe und Vertrautheit, die in Spielfreude und einer spürbaren Harmonie gipfelt.

Die unterschiedlichsten Szenen weisen alle gleichermaßen die Titania-eigene Handschrift auf, für die die Theatergruppe auch über die Grenzen Völklingens hinaus bekannt sind.

Ein abgerundetes und abwechslungsreiches Stück über das wahrscheinlich schönste und zugleich schwierigste Thema der Welt, das lediglich im Schluss ein wenig knalliger hätte sein dürfen. Im Vergleich zu den variantenreichen Abschnitten des Stücks läuft "Lust Laster Liebe" lasch aus und endet, ohne wirklich zu enden.

Alles in allem ein sehenswertes und liebevoll umgesetztes Stück mit starker Truppe.