Der Laden im Ort bleibt erhalten

Michael Groß, 31, übernimmt den Ludweiler Edeka-Markt, wenn der bisherige Geschäftsinhaber Günther Diesinger nach 28 Jahren in den Ruhestand geht. Am Montagabend waren die beiden im Ludweiler Ortsrat zu Gast. Der nahm die Nachricht mit Erleichterung und Freude auf.

Der Edeka-Markt am Friedrich-Ebert-Platz bleibt den Bürgern Ludweilers erhalten. Der scheidende Inhaber Günther Diesinger und sein Nachfolger Michael Groß teilten diese Neuigkeit am Montagabend offiziell und öffentlich dem Ortsrat Ludweiler mit.

Es war keine leichte Geburt, berichtete der Köllerbacher Groß. Der 31-Jährige war gerade drei Jahre alt, als Diesinger das Geschäft vor 28 Jahren übernahm. Die Schwierigkeiten der Übernahme liegen in den Zahlen begründet. Nur zwölf Prozent ihres Gesamtbedarfs kaufen die Ludweiler Bürger nämlich am Ort ein, den Rest besorgen sie sich außerhalb des Stadtteils. Noch-Inhaber Diesinger berief sich im Ortsrat dabei auf eine Edeka-Analyse. Normal sollte der Anteil etwa 18 Prozent betragen, informierte Groß anschließend; das Unternehmen habe ihm deshalb abgeraten und die sonst übliche Bankbürgschaft verweigert.

Groß musste nach eigener Auskunft hart verhandeln und privates Vermögen als Sicherheit einsetzen. Weil aber ein weiterer Markt "auf der grünen Wiese", in diesem Fall bei Velsen, keine politische Mehrheit gefunden hat, lässt sich Groß auf das Wagnis ein. Er hofft, damit auch Bürgern einen Dienst zu erweisen, die nicht so mobil und auf das zu Fuß erreichbare Geschäft im Ort angewiesen sind. Er appelliert jedoch auch an die Bevölkerung: "Jeder muss sich dessen bewusst sein, dass ein solches Unternehmen nicht allein von Ergänzungskäufen leben kann." So wie die Ludweiler Einwohner in den Markt kommen sollen, will auch er sich am Ortsleben beteiligen. Sich persönlich integrieren, Anschluss an die Vereine suchen.

Der Eigentümerwechsel des Edeka-Marktes ist für den 1. Mai vorgesehen. Danach steht dem Markt ein Umbau bevor, der jedoch im laufenden Betrieb erfolgen soll. An der Ladengröße mit 430 Quadratmetern sei nichts zu verändern; weil die Regalfläche aber besser ausgenutzt werde, wachse das Sortiment leicht. Auf Grund der unveränderten Fläche werde innerhalb der Edeka-Gruppe auch ein Wechsel fällig, der Markt wird dann zur Sparte "Nah und gut" gehören.

Die Ortsratsmitglieder begrüßten, was sie hörten. Ortsvorsteherin Christiane Blatt (SPD ) sagte: "Wir halten das für sehr wichtig, dass der Markt erhalten bleibt." Zumal das bekannte Personal übernommen wird; und auch einen Bringdienst will der neue Betreiber weiter anbieten. Mit Metzgern stehe er bereits in Verhandlung, sagte Groß, die entsprechende Abteilung bleibe also auch bestehen. Die Verhandlungen sind bereits so weit gereift, dass er sogar eine wichtige Frage beantworten kann, die die Stammkundschaft offenbar umtreibt: "Der Lyoner bleibt, wie er ist."