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Der Killer heißt Kalaschnikov

Geislautern. In Geislautern schätzt man die Volksbühne Hülzweiler, und daran hat sich am Wochenende sicher nichts geändert. Im Gegenteil. Rund 250 Besucher genossen es, mit ordentlich Humor durch die Abgründe der bürgerlichen Gesellschaft geführt zu werden. Walter Faas

Dimitri Kalaschnikov und Tamara Kalikova haben ihr Handwerk gelernt , im "Beseitigungsseminar für das mordende Gewerbe". Dennoch pfuschen die Auftragskiller in der Komödie "Stirb schneller Liebling". Die Volksbühne Hülzweiler spielte sie am Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus Geislautern . Hier zofft sich ein in die Jahre gekommenes Ehepaar nach dem Motto: "Eine Ehe dauert so lang, bis dass der Tod sie scheidet." Prima morbide Dialoge in einem ganz normalen bürgerlichem Irrenhaus. Dessen Dame, Paula Kniesbeck, möchte gern zur Hautevolée gehören, idealerweise als Eigentümerin eines Pferdegestüts. Hausherr Kurt Kniesbeck, erfolgreicher Klopapierfabrikant, bleibt Proll mit Hang zu Geld, Fußball, bissigen Bemerkungen und zur anschmiegsamen Sekretärin Susanne. Drumherum agieren skurrile Typen. "Avanti, avanti" kriegt der Haustechniker Giovanni garantiert jedes Wasserrohr zum Tröpfeln. Das Hausmädchen Agnes ist eine blinde Kuh im Wortsinn und ein Trampeltier dazu. Paulas Schwester Caroline Kniesbeck hat außer Männern gar nichts im Kopf. Luise Koschnik, die Hausfreundin, möchte den allgegenwärtigen Butler Johann gerne zu ihrem achten Ehemann machen, am besten mit prickelnder Hochzeitsnacht im Bett eines Möbelhauses. Die erwähnten Killer wirken gefährlich, wenn sie mit Waffen fuchteln und böse reden, können aber eigentlich kein Blut sehen.

Eine Beziehungskomödie um den ewigen Kampf der Geschlechter, die vom Wortwitz lebt, kommt gut in Schwung. Mal fliegt Meißner Porzellan durch den Gelsenkirchener Barock der Kniesbeck'schen Stube. Mal heult die Geliebte "wie ein Buchmarder", weil sie sich vernachlässigt fühlt. Gerne offerieren die Mörder Sonderpreise: "Ich kille für dich drei, du zahlst für zwei." Am Ende des Dreiakter-Schwankes löst sich alles in Wohlgefallen auf. Viel Applaus von rund 250 Zuschauern.

Die Volksbühne Hülzweiler, seit Jahren gern gesehener Gast von Schloss-Kultur Geislautern , probt jetzt das Märchensingspiel "Der gestiefelte Kater" auf der Freilichtbühne Hülzweiler. Die Premiere findet dort am 12. Juli statt. In der Veranstaltungsreihe von Schloss-Kultur Geislautern geht es bereits am Samstag, 28. März, 20 Uhr, in der Schlossparkhalle weiter, mit der Veranstaltung "Slowhand-Eric Clapton". Der Eintritt kostet jetzt 11,50 Euro, am Abend 14 Euro.