| 20:14 Uhr

Picobello
Der Innenstadt tut „Hausputz“ gut

Johannes König, Günter Jäger, Ludwig Heil, Quartiershausmeister Heinz Jürgen Schmitt, Dieter Schumann und Guido Dellmann (von links) machen sich an der Versöhnungskirche im Rahmen der Aktion Saarland Picobello auf den Weg, um die Straßen des Viertels zu säubern. Es regnet – so sind nur Unentwegte dabei.
Johannes König, Günter Jäger, Ludwig Heil, Quartiershausmeister Heinz Jürgen Schmitt, Dieter Schumann und Guido Dellmann (von links) machen sich an der Versöhnungskirche im Rahmen der Aktion Saarland Picobello auf den Weg, um die Straßen des Viertels zu säubern. Es regnet – so sind nur Unentwegte dabei. FOTO: Andreas Lang
Völklingen. Aber Regenwetter machte die Völklinger Picobello-Aktion am Freitagmorgen ungemütlich Von Andreas Lang

Gerade als sich die Leute um Quartiershausmeister Heinz Jürgen Schmitt auf den Weg machen, um das Viertel rund um die Versöhnungskirche im Rahmen der Saarland-Picobello-Aktion von so manchem über das Jahr liegen gebliebenen Müll zu säubern, beginnt es zu regnen. Das macht die Sache ungemütlich. Und so sind es nur wenige, die da in gelben und orangefarbenen Warnwesten mit Müllsäcken und Greifwerkzeug ausrücken. „Schade, jetzt sind wir eine reine Männergruppe“, bedauert Dieter Schumann, der längste der Völklinger  Picobello-Garde. Johannes König ist dabei, Günter Jäger auch, ebenso Guido Dellmann, Ludwig Heil und noch ein paar andere.


„Wir teilen uns in drei Gruppen auf“, bestimmt Quartiershausmeister Schmitt, kaum dass sich alle mit Arbeitshandschuhen und allem übrigen Werkzeug bewehrt haben. Doch so schnell geht es noch nicht von der Wiese zwischen Versöhnungskirche und Poststraße weg. Ein paar Erinnerungsfotos, ehe die Arbeitskleidung so langsam feucht wird – wenigstens dazu findet sich eine Dame, die auf den Auslöser drückt.

Und dann liegt da schon auf der Wiese und den Wegen allerhand Zeug, das die Männer beschäftigt. Leere Zigarettenschachteln. Schnipsel in allen Größen. Plastiktüten im Ganzen oder in Teilen. Plastikfläschchen, Getränkedosen. „Die Zigaretenstummel lassen wir aber liegen, oder?“, will Schumann wissen – er steht im Umfeld des Briefkastens einer schieren Flut von Kippenresten gegen. Entlang der Hausmauer zum Nachbargrundstück hat sich besonders viel Zeugs angesammelt, das da nicht hingehört.



Zeit, ein erstes Fazit über das mitgegebene Rüstzeug zu ziehen. „Eimer wären vielleicht besser?“, gibt Schumann zu bedenken. Der böige Wind blase die Öffnung der Müllsäcke immer wieder zu, ist sein Argument. Oder: Welcher Greifer funktioniert besser? „Probier den mal“, fordert ein Picobello-Kollege auf. „Der würde besser greifen, ist für mich aber zu kurz.“ Also weiter so.

Einige Saubermänner haben sich schon ein bisschen von der Gruppe entfernt. So schleppt Guido Dellmann den Rest einer größere Plastikplane und ein schwarzes, undefinierbares Plastikteil aus der Gatterstraße aus Richtung der Turnhalle an. Der Unrat verschwindet in der mitgeführten Mülltonne. Weiter. Die Poststraße hinauf arbeitet sich die größte der Picobello-Gruppen die Gatterstraße in Richtung Feuerwehr voran. Auf beiden Straßenseiten geht es nur langsam vorwärts. Getränkebüchsen liegen da. Gebrauchte Feuchttücher im Rinnstein – vermutlich hat sich ein parkender Autofahrer hier noch die Hände grob gereinigt und das Tuch dann achtlos aus dem Wagen geschmissen.

An einen der Bäume gelehnt steht wenige Schritte weiter ein gelber Sack. Echt? Falls er mal gelb war, hat das Licht ihn ziemlich ausgebleicht. Folglich müsste er schon lange da am Baum liegen. Vielleicht, weil er kein echter gelber Sack ist – oder auch falsch befüllt wurde. Das lässt sich kaum sagen. Ist den inzwischen weitgehend wortlos vorgehenden Männern aber auch ziemlich egal. Getreu dem Motto „Gehört da nicht hin und kommt deswegen jetzt weg“  schnappt sich einer von ihnen den Sack am Bund und stopft ihn in die mitgeführte Mülltonne.

Schließlich geht es darum, wenigstens dieses Viertel in der Stadt sauberer zu machen. Und sei es nur für einen Tag oder auch nur für ein paar Stunden. „Dreck bringt immer nur noch mehr Dreck“, philosophiert einer der Männer. Und weiter: „Wenn eine Ecke dagegen sauber ist, ist die Hemmschwelle größer, dort einfach was wegzuschmeißen.“

Die Picobello-Aktion geht an diesem Samstag auch im Warndt weiter. In Naßweiler treffen sich die Ehrenamtlichen um 10 Uhr auf dem Parkplatz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus. In Karlsbrunn ist um 10.30 Uhr Start auf dem Festplatz. In beiden Orten sind die Helferinnen und Helfer nach der Putz-Aktion zu einem Umtrunk eingeladen.