Der gute Geist am Gymnasium

Völklingen. Wer das Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium anruft, den begrüßt seit mehr als 25 Jahren Sabine Weißenfels, die als Schulsekretärin sozusagen zum lebenden Inventar gehört

Völklingen. Wer das Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium anruft, den begrüßt seit mehr als 25 Jahren Sabine Weißenfels, die als Schulsekretärin sozusagen zum lebenden Inventar gehört. "Ich habe hier schon Generationen von Schülern miterlebt, die ihrerseits schon wieder ihre Kinder auf unsere Schule schicken", blickt Sabine Weißenfels auf das Vierteljahrhundert im Vorzimmer von Schulleiter Gerold Fischer zurück. "Auch die Lehrer, die damals hier unterrichteten, sind fast alle in Pension und so hat auch das Kollegium einen Generationswechsel vollführt."Sie ist die Schnittstelle"Hier", so formuliert Schulleiter Fischer, "ist die öffentliche Schnittstelle zwischen Schulleitung, Lehrern, Schülern und Eltern." Dabei ist Sabine Weißenfels, die vor 47 Jahren im damaligen Völklinger Hüttenkrankenhaus das Licht der Welt erblickte, in der Schule fast Mädchen für alles: Sie regelt den Besucherverkehr. Alle paar Minuten klingelt das Telefon. Sie ist manchmal Seelentröster für Schülerinnen und Schüler oder auch Eltern und ist auch schnell dabei, wenn es darum geht, bei Verletzungen wie blutenden Wunden Erste Hilfe zu leisten. "Für mich gibt es keinen schöneren Job, denn man weiß morgens nie, was einen erwartet.", sagt sie. Die Ur-Völklingerin ist nach wie vor mit ganzem Herzen Schulsekretärin. Schulhaushalt und Verwaltung sind ihr täglich Brot, wobei sie mit Gerold Fischer und Konrektor Heinrich Groß, mit denen sie seit 13 Jahren harmonisch zusammenarbeitet, ein Team bildet. Eine Herzensangelegenheit ist für Sabine Weißenfels die Nachmittagsbetreuung, die vor mehr als zehn Jahren zusammen mit der Schulküche und dem Pausenverkauf ins Leben gerufen wurde. Hier ist sie nach Fischer, der der Nachmittagsbetreuung vorsteht, die 2. Vorsitzende und gleichzeitig Geschäftsführerin. "Wir sind schon fast ein mittelständisches Unternehmen", unterstreicht Weißenfels, die diese Aufgabe als Ehrenamt übernommen hat. "Dabei ist die Arbeit der Nachmittagsbetreuung mit einem Team von engagierten und kompetenten Betreuern und dem Küchenteam dringend notwendig, denn unsere Arbeit entspannt auch das familiäre Zusammenleben und stärkt die Sozialkompetenz der Betreuten." Unterstrichen wird dies durch die steigende Nachfrage nach der Betreuung, in die mittlerweile auch eine Ganztagsklasse integriert ist: "Vor zehn Jahren begannen wir mit 15 Schülern, heute sind es 120, also 20 Prozent unserer Gesamtschülerzahl." "Völklingen hat alles"Viel Zeit für Hobbys bleibt Sabine Weißenfels angesichts dieser Doppelbelastung nicht. Eigentlich ist dies sogar noch viel mehr, denn auch Ehemann und Kinder, die 21-jährige Stefanie und der 14-jährige Moritz kommen zu ihrem Recht. Und das Häuschen, das die Familie vor 14 Jahren gebaut hat, trägt natürlich die Handschrift von Sabine Weißenfels. Irgendwo anders zu wohnen, kann sie, die in Wehrden aufgewachsen ist, sich nicht vorstellen. "Völklingen hat für mich alles, was man zum Leben braucht - Kindergärten und Schulen in unmittelbarer Nähe, gute Einkaufsmöglichkeiten und Wald und Natur ohne Ende, wie der nahe gelegene Wildpark mit zahllosen Wanderwegen."