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Der Bahnhof hat sein Kundenzentrum

Völklingen. Das neue Kundenzentrum im Völklinger Bahnhof, mit Schaltern von Bahn, Verkehrsbetrieben und Tourist-Info, ist offiziell eröffnet. Die Reinigungs-Frage aber ist noch ungeklärt. Alexander Manderscheid

Blitzeblank geputzt präsentierte sich der Völklinger Bahnhof am Dienstagnachmittag, als Jürgen Barke (SPD ), Staatssekretät im Saar-Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, gemeinsam mit Thorsten Gundacker-Dollak, Geschäftsführer der Völklinger Verkehrsbetriebe (VVB), Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) und Norbert Folsche, Leiter Regionale Vertriebsleitung Marketing Mitte bei der Deutschen Bahn (DB), gemeinsam das neue Kundenzentrum im Gebäude einweihten. Sie konnten bereits von ersten Erfahrungen berichten, denn der Betrieb an den Schaltern mit insgesamt drei Mitarbeitern läuft genau genommen schon seit dem 9. Februar. Gundacker-Dollak selbst hat erlebt, wie stark die Völklinger das Zentrum schon nach 6 Uhr morgens in Beschlag nehmen und Tickets für Reisen in Städte in ganz Deutschland kaufen. 60 000 Euro hat die Bahn investiert und mit VVB und der Tourist-Info der Stadt Partner gefunden, um den Service für alle zu verbilligen.

Staatsekretär Barke, der selbst zwischen 1972 und 1974 in Völklingen zuhause war, freut sich, "dass hier etwas passiert, und zwar etwas Wichtiges. Der Bahnhof tut der Stadt gut, die Umgestaltung dient der Aufrechterhaltung seiner Qualität" - die unauslässlich für die Heimat eines Weltkulturerbes sei, wie Lorig anmerkt; er sieht in der Umgestaltung "einen Vorteil für die ganze Stadt". Allerdings stünden noch Dinge offen. Lorig spricht den Müll an, der immer wieder für Ärger sorgt (wir berichteten mehrfach). Ulrich Demmer, der hier zuständige Leiter des DB-Bahnhofsmanagements, verweist auf die regelmäßigen Reinigungen im Bahnhof, ist sich aber des Problems bewusst. Derzeit denke man über "mögliche Kleinigkeiten" nach, die die Situation verbessern könnten, erklärt er. Beispielsweise größere Mülleimer, die dann nicht mehr so schnell überquellen können. Oder eine Umverlagerung der Taktung. Das sei aber alles genauso wenig spruchreif wie auch die Suche nach einem Mieter für das immer noch leer stehende Bistro neben dem Kiosk. Man sei mit einem Interessenten in Verhandlung, sagt Demmer, und er merkt an, dass man auch für die leer stehenden 300 Quadratmeter im Obergeschoss jemanden suche. Toilettenanlagen werde es aber im Alleingang der DB definitiv nicht geben. Ein Fertigkonzept auf Außenflächen, ein vier- bis sechseckiges Häuschen, koste im Aufbau 100 000 Euro und im Betrieb noch viel mehr - "die Häuschen sind sehr anfällig für Vandalismus". "Da muss man diskutieren, ob man was machen kann", sagt Lorig. Allerdings habe die Stadt bekanntlich kaum Geld, etwas zu bewegen.