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Den Takt gibt sich Eddie Gimler selbst

Eigenkompositionen gab's auch: Eddie Gimler. Foto: Jenal
Eigenkompositionen gab's auch: Eddie Gimler. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Geislautern. In betont kleinem Rahmen ist am Samstagabend der Sänger und Liedermacher Eddie Gimler in der Schlossparkhalle in Geislautern aufgetreten. Im Gepäck natürlich seine Gitarre, die auch als Schlagzeug diente. Andreas Lang

Solisten gibt es oft zu bewundern bei den Konzerten des Vereins Schloss-Kultur im Geislauterer Dorfgemeinschaftshaus. Dass ein Musiker den ganzen Konzertabend aber alleine bestreitet, ist die Ausnahme. So am Samstagabend, als unter dem Motto "Eddie Gimler solo" der Gitarrist und Sänger vor gut 50 Zuhörern spielte. Bewusst hatte Macher Peter Fixemer den Rahmen zum Jahresauftaktkonzert der Reihe ganz anders gesteckt als sonst. Die Halle mit einem Vorhang verkleinert, Konzertbestuhlung und auch die Bühne wirkte kleiner als sonst.

So ganz solo wollte Gimler aber dann den ganzen Abend doch nicht bleiben. "Ich habe heute meinen Schlagzeuger dabei." Der war in diesem Fall ein elektronischer Helfer. Mit einem so genannten Looper zeichnete der Gitarrist seinen Taktschlag mit dem Handballen auf den Resonanzkörper der Gitarre digital auf und mit einem Druck auf das Pedal wiederholte das Gerät diesen Taktschlag nun beliebig oft. Die passende Untermalung zu "Salsbury Hill" oder "Wonderwall". Auch dem King of Pop wollte Gimler huldigen. "Michael Jackson zu spielen, war für mich eine Herausforderung." Denn Billy Jean wirkt nur, wenn zumindest Bass, Taktschlag und die Geigenstimme deutlich durchkommen. Das wären für den Solo-Musiker dann drei Instrumente parallel, und singen müsste er ja auch noch. Und wer jetzt glaubte, Gimler setze wieder seinen Looper ein, der wäre überrascht. Der Daumen der Zupfhand übernahm den Bass, die übrigen Finger setzten die Violinen-Akzente. Die Griffhand musste selbstverständlich beide Gruppen bedienen, aber auch das funktionierte. Zwischendurch war auch noch Gelegenheit, mit dem Handballen der Zupfhand den Takt zu schlagen.

Mit frisch gestimmter Gitarre spielte Gimler anschließend eine seiner Eigenkompositionen - "die sind mal melancholisch, mal rockig". Eines handelt von einem entscheidenden Einschnitt, von dem er auch erzählte. Er hatte Radio- und Fernsehtechniker gelernt und war irgendwann zu seinem Werkstattleiter gegangen, um seinen Traum, Berufsmusiker zu sein, zu verwirklichen: "Das war's, ich höre auf." Die 50 Zuhörer beim Konzert in Geislautern wird dieser mutige Schritt gefreut haben.