Demo gegen geplante Funkstation

Eine Bürgerinitiative macht Front gegen die von Vodafone geplante neue Funkstation auf der Röchlinghöhe. Am Samstag versammelten sich betroffene Anwohner, um gegen das Projekt am Waldesrand zu demonstrieren.

Die Vodafone GmbH will eine neue Funkstation mit einem bis zu 40 Meter hohen Mast im Völklinger Stadtteil Röchlinghöhe errichten und erntet Protest für dieses Vorhaben. Die Anwohner in der Nachbarschaft sind dagegen, die Stadt hofft unterdessen auf Mieteinnahmen. Am Samstag äußerten Anwohner ihren Unmut bei einer Versammlung vor Ort. Vodafone hat dem Stadtrat einen Antrag vorgelegt, der im Mai auf der Tagesordnung stand. Seitdem wissen die Bürger, wie im Detail die Station aussehen soll.

Als Bauplatz ist ein stadteigenes Grundstück am Waldrand am Ende der Homburger Straße vorgesehen. Es hat nach Ansicht der Firma die geeignete Höhenlage für eine Antenne, die letztlich Handynutzer versorgen soll. Die Stadtverwaltung rechnet mit 250 Euro Grundstücksmiete pro Monat bei einer Mindestvertragslaufzeit von 30 Jahren, sie kann das Geld gut brauchen angesichts der leeren Kassen der Verwaltung. Die Anwohner haben zwar dafür Verständnis. Doch sie sprechen auch von einem "Mobilfunk-Monstrum". Ivo Müller ist Sprecher der Bürgerinitiative und hat einen offenen Brief an die Verwaltung verfasst. "Der Mast soll eine schon seit längerem auf dem Gebäude Homburger Straße 38 befindliche Sendeanlage ersetzen. Ursprünglich sollte das leer gefallene Gebäude 2015 abgerissen werden," so Müller, doch das sei nicht geschehen. Er vermutet, dass man wegen der Sendeanlage noch keine vollendeten Tatsachen schaffen wolle. Gegen die Stadt erheben die Anwohner starke Vorwürfe. Der Waldsaum sei 2013 ohne Information der Anwohner gerodet worden, um das Holz zu vermarkten. Danach sei Aufforstung zugesagt worden, jedoch sei nichts geschehen. "Vielmehr liegen dort auch heute immer noch die Müllhinterlassenschaften der damals ausführenden Waldarbeiter", berichtet Müller.

Die Pläne, in dem Bereich einen Funkmast aufbauen zu wollen, ärgert die Anwohner noch mehr. Müller sieht mehrere Gefahren: Zum einen glaubt er nun nicht mehr an eine Aufforstung, er befürchtet negative Folgen der Strahlung und die Nutzung des Mastes durch weitere Mobilfunkanbieter und damit einen Strahlungsanstieg, sowie einen Wertverlust angrenzender Immobilien. Denn auch wenn die negativen Folgen der Mobilfunkstrahlung wissenschaftlich umstritten seien, so mache mancher Immobilieninteressent doch einen Bogen um Liegenschaften in der Nähe von Sendeanlagen. Und das allein begründe die befürchteten Wertverluste. Der Ausbau von Mobilfunk, so Müller, könne zudem den gewünschten Breitbandausbau verzögern. Dass gerade das Haus mit der bestehenden Sendeanlage heute leer stehe und nicht mehr bewohnt werde, findet Müller bezeichnend. Gerade darin sieht er seine Ängste bestätigt. Irmgard und Reinhard Gröne gehört das am nächsten zur geplanten Baustelle stehende Haus, sie sind empört. Ihr Haus wird die Waldrandlage verlieren und durch den Mast einen massiven Wertverlust erleiden, sagt Irmgard Gröne und hat die Pläne studiert.

Ivo Müller: "Wir sperren uns nicht gegen die Technik, aber es gibt verträglichere Standorte in der Nähe. Wir könnten konkrete Vorschläge machen", sagt er.

Christoph Segl hat allen Anwohnern im Stadtteil Unterlagen ausgeteilt. Das Echo war enorm, am Tag danach gingen schon am Vormittag 50 Unterstützer-Unterschriften bei ihm ein. Die Bürger drängen auf Beteiligung, das Thema wird spannend.

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