Das Wichtigste bleibt weiter offen

Der zuständige Ausschuss des Völklinger Stadtrats hat am Donnerstag über das Alte Bürgermeisteramt diskutiert, den Sitz des Glas- und Heimatmuseums Warndt. Klarheit hat er nicht geschaffen, weder zur Raum-Verteilung im Gebäude noch zum Konzept und zur Zukunft des Museums.

Nur Glasmuseum oder wie bisher Glas- und Heimatmuseum? Und wer soll die Trägerschaft für ein Glasmuseum, dessen Betriebskosten auf rund 200 000 Euro jährlich geschätzt werden, übernehmen? Diese Grundsatzfragen, die sich auch vor dem Hintergrund des knappen Raums im Alten Bürgermeisteramt in Ludweiler stellen, sind bei einer Sitzung des Stadtratsausschusses für Grundstücks- und Gebäudemanagement (GGM) am Donnerstagabend unbeantwortet geblieben.

Im Alten Bürgermeisteramt sind derzeit der Theaterverein Thalia und der Heimatkundliche Verein Warndt (HVW) untergebracht. Der HVW ist auch Träger des dortigen (derzeit kombinierten) Glas- und Heimatmuseums. Daneben gibt es - personell verzahnt mit dem HVW - den Förderverein Glaskultur, der den Glasbereich aufwerten will. Und alle drei Vereine waren in den vergangenen Wochen erneut mit ihren Forderungen auf Stadtverwaltung und Kommunalpoltiker zugekommen.

SPD-Fraktionschef Erik Kuhn hatte Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) bereits jahrelange Untätigkeit vorgeworfen. Lorig hatte dann am vergangenen Dienstag Vertreter der beteiligten Vereine zum Gespräch bei sich und zog nun in der Sitzung unwidersprochen das Fazit, dass die Vorstellungen von HVW und Glaskultur-Förderverein am derzeitigen Standort im Alten Bürgermeisteramt (wir berichteten) miteinander unvereinbar seien. Eine Lösung von heute auf morgen werde es hier nicht geben.

Lorig plädierte dafür, nun zunächst einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2011 umzusetzen. Demnach soll der Theaterverein Thalia drei zusätzliche Räume im Erdgeschoss ("links des Eingangs") erhalten, die derzeit noch vom HVW belegt sind. Der GGM-Betrieb hatte hier bereits eine Ausbauplanung angefertigt, die seinerzeit vom Rat vertagt worden war. Diese will Lorig nun dem Ausschuss bereits in der nächsten Sitzung erneut zur Beschlussfassung vorlegen. 80 000 Euro für diese Maßnahme stünden bereits im Haushalt bereit, und wenn diese nicht ausreichten, könne man auch Schritt für Schritt vorgehen. Der HWV benötige ja auch sicher einige Monate, um seine Räume in Erdgeschoss zu räumen. Der Rest des Hauses könne erst dann verplant werden, wenn es innerhalb des HVW zu einer Einigung gekommen sei. Erstes und zweites Obergeschoss stünden jedenfalls weiter für ein vom Verein vorzulegendes Konzept zur Verfügung. Dessen Führung geht bisher von der Devise "Zwei Drittel Glas, ein Drittel Heimat" im Museum aus.

Als möglichen Ausweg aus der Platznot brachte die SPD das Gebäude der Neuapostolischen Kirche in der Karlsbrunner Straße ins Gespräch. Das Gebäude werde schon länger nicht mehr genutzt und sei zum Verkauf ausgeschrieben gewesen. Ludweiler Vereine benötigten ohnehin ein Dorfgemeinschaftshaus, und das Gebäude sei von der Größe her auch für Theateraufführungen geeignet. GGM-Chef Heinz Beck äußerte sich skeptisch wegen der Schuldenbremse, doch Lorig sagte zu, man werde sich unverbindlich nach Kaufpreis und Energiekosten erkundigen.

Kultur-Fachdienstleiter Karl-Heinz Schäffner unterstrich, Voraussetzung für alle Schritte zum Ausbau eines saarländischen Glasmuseums sei es, einen Träger für eine stabile, professionelle Lösung zu finden. Lorig meinte, es stelle sich die Frage, wo man eine solche Einrichtung "andocken" könne: als Museum des Regionalverbandes, als Landesmuseum oder auch unter dem Dach des Weltkulturerbe Völklinger Hütte. SPD-Sprecher Kuhn hatte bereits angeregt, in dieser Angelegenheit das Gespräch mit Generaldirektor Meinrad Grewenig zu suchen.