| 20:28 Uhr

Kaufhof-Abriss
Das Jahr der Abrissbagger

Bagger-Bisse in zähen Beton: Abriss-Arbeiten auf dem Kaufhof-Gelände. Hier geht es im Februar dem einstigen Parkhaus ans Gemäuer.
Bagger-Bisse in zähen Beton: Abriss-Arbeiten auf dem Kaufhof-Gelände. Hier geht es im Februar dem einstigen Parkhaus ans Gemäuer. FOTO: bub/fb / BeckerBredel
Völklingen. In Völklingens Mitte, auf dem Areal des ehemaligen Kaufhof-Baus, ist jetzt Platz für Neues. Von Doris Döpke

Bagger beherrschen während des gesamten Jahres das Bild der Innenstadt: Die Bauten auf dem Areal des ehemaligen Kaufhofs werden abgebrochen. Zunächst knabbern die gigantischen Zangen am einstigen Kaufhof-Parkhaus und an Nachbarhäusern. Dann geht es, symbolträchtig, ans Kaufhaus-Gebäude selbst. Dessen energisch stahlbewehrter Beton ist selbst für die schweren Geräte, die das Abriss-Team einsetzt, ein harter Brocken. Doch langsam, aber sicher verschwindet Stockwerk um Stockwerk.



Der Abbruch verläuft weitgehend nach Plan. Überraschungsfunde im Untergrund – bei den Arbeiten werden mehrere Treibstoff-Tanks freigelegt, Überreste einer einstigen Tankstelle, die einfach überbaut und nie dokumentiert wurden – verursachen nur geringfügige Verzögerungen: Die Tanks sind leer und können problemlos gehoben werden, es entsteht keine Boden-Kontamination. Im Frühherbst ist das Gröbste erledigt, das Planieren der Fläche beginnt. Der Schutt, an Ort und Stelle zerkleinert, wird dabei gleich mit eingebaut.

Eine Komplikation zeichnet sich ab, als die Bagger in die Karl-Janssen-Straße vorrücken. Das Haus Nummer 4, „Weißes Haus“ genannt, ist nach wie vor in privater Hand, der Eigentümer will es nicht verkaufen. Zumindest nicht zum Gutachter-Schätzpreis, dem die Stadt sich verpflichtet weiß. Bei den Arbeiten nebenan muss das Abbruch-Team sorgsam drumherum gehen. Müsste – denn im Spätherbst kommt es doch noch zu einer Einigung: Dank Zustimmung des Innenministeriums, das verantwortlich ist für die Zuschüsse zu den Abrisskosten,   kann die Stadt einen höheren Preis zahlen als zunächst geplant und das Weiße Haus erwerben. Anfang Dezember beißt der Bagger ins Gemäuer. Und gleich nach Weihnachten ist das Haus Geschichte. Jedenfalls, so weit es seinen oberirdischen Teil angeht. Der Keller, so massiv, dass er den Anwohnern im Krieg als Schutzraum vor Fliegerbomben diente, gibt den Abbruchspezialisten noch allerhand zu tun.

Die Firma Modepark Röther, die auf dem Areal ein Textil-Kaufhaus errichten will, hat derweil ihre Pläne für den Neubau im Stadtrat vorgestellt. Allmählich zeichnet sich also ab, wie dieses Stück der Völklinger Stadtmitte künftig aussehen könnte: Röther möchte dort, wo der Kaufhof stand, einen zweistöckigen Bau mit angeschlossenem Parkhaus hinstellen. Der Bauantrag soll um den Jahreswechsel eingereicht werden. Im April könnten dann die Neubau-Arbeiten beginnen.