Das Erhardt-Trio ist wieder vereint

Völklingen · An diesem Samstag geht für Oberligist SV Röchling Völklingen im letzten Heimspiel des Jahres gegen Aufsteiger RW Koblenz. Im Hinspiel gab Julien Erhardt beim 3:0-Sieg sein Debüt – inzwischen ist der Trainersohn nicht mehr wegzudenken.

 Julien Erhardt (links), hier im Zweikampf mit Jägersburgs Tim Schäfer, hat sich in dieser Saison in die Startelf von Röchling Völklingen gespielt. Dabei ist es sein erstes Aktiven-Jahr. Foto: Hagen

Julien Erhardt (links), hier im Zweikampf mit Jägersburgs Tim Schäfer, hat sich in dieser Saison in die Startelf von Röchling Völklingen gespielt. Dabei ist es sein erstes Aktiven-Jahr. Foto: Hagen

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Das Erhardt-Trio bei Fußball-Oberligist Röchling Völklingen war am Sonntag wieder vereint: Trainer Günter Erhardt kehrte beim 4:2-Derbysieg über den FC Wiesbach nach krankheitsbedingter Auszeit auf die Bank zurück. Sohn Justin Maurice, der während Erhardts Abwesenheit das Training mitgeleitet hatte, unterstützte den Vater an der Linie. Und auf dem Platz beackerte Justins zwei Minuten älterer Zwillingsbruder Julien die rechte Seite. Wie gehabt, muss man sagen: Denn der 19-Jährige hat sich seit dem Wechsel vom 1. FC Saarbrücken , wo er zuvor zwei Jahre A-Jugend-Bundesliga spielte (46 Spiele), auf Anhieb beim Tabellendritten festgespielt.

"Das fußballerische Niveau ist in etwa gleich. Der größte Unterschied ist die Physis. Da muss ich noch zulegen", weiß Julien, der in allen 17 Völklinger Partien in der Startelf stand und mit seinem Übergang zu den Aktiven daher "zufrieden" ist: "Wir stehen ganz gut. Ich denke, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe", sagt der Abiturient des Rotenbühl-Gymnasiums, der nun in Saarbrücken Wirtschaft und Recht studiert. Gegen Wiesbach durfte Erhardt offensiver ran, nachdem er bisher stets den Rechtsverteidiger gab - eine Rolle, die ihm durchaus liegt: "Ich war auch beim FCS meist Außenverteidiger. Aber ich gehe gerne mit nach vorne und habe offensiv auch mehr Talent", findet der Jungspund.

Das deutete er gegen Wiesbach an. Dort zeigte Röchling seine bisher beste Offensivleistung mit erstmals vier Toren. Die Aufstellung ist aber Sache des Papas, wobei auch Günter Erhardt sagt: "Gegen Wiesbach haben wir sehr variabel gespielt, waren bereits vorne sehr zweikampfstark und haben gut zugestellt." Demnach könnte die Formation an diesem Samstag, 14.30 Uhr, gegen Aufsteiger RW Koblenz ähnlich aussehen, denn die im Sommer geholten Stürmer Dominic Altmeier und Felix Dausend fallen auch für die zwei restlichen Spiele des Jahres aus. Darin ist das Ziel klar: "Wir wollen vorm Winter noch so nahe wie möglich ran an die 40-Punkte", sagt Julien. Aktuell hat der Ligadritte 32.

Die Konstellation mit dem Vater als Trainer sei natürlich "keine alltägliche" und "durchaus nicht leicht", meint Julien: "Nicht, weil ich bevorzugt werde, sondern im Gegenteil: weil der Vater naturgemäß mehr von dir verlangt." Aber im Team gehen damit alle professionell um. "Die Stimmung und der Charakter der Mannschaft sind sehr gut", betont Erhardt. Während sein "kleiner" Bruder schon auf den Spuren des Vaters wandelt und Röchlings C-Jugend trainiert - "in der Theorie ist er sehr gut, praktisch nicht so", sagt Julien mit einem Grinsen -, strebt er als Fußballer durchaus nach Höherem. "Ich habe in meiner Jugend oft zurückgesteckt und viel für Fußball investiert. Daher will es nicht ausschließen, dass ich irgendwann noch höher spiele." Vielleicht ja mit dem SV Röchling - jedenfalls sagt Julien: "Unmöglich ist das sicher nicht."