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Das "blaue Auge" wirkt in Geislautern noch nach

Das "blaue Auge" wirkt in Geislautern noch nach

Geislautern. Den Verlauf der vergangenen Spielzeit hatten sich die Verantwortlichen des Fußball-Bezirksligisten SV Geislautern anders vorgestellt. Ganz anders. Im oberen Drittel der Tabelle mitmischen - das war die ehrgeizige Zielsetzung des Vereins. Davon übrig geblieben ist nur das ernüchternde Saisonfazit des ersten Vorsitzenden Michael Krieg

Geislautern. Den Verlauf der vergangenen Spielzeit hatten sich die Verantwortlichen des Fußball-Bezirksligisten SV Geislautern anders vorgestellt. Ganz anders. Im oberen Drittel der Tabelle mitmischen - das war die ehrgeizige Zielsetzung des Vereins. Davon übrig geblieben ist nur das ernüchternde Saisonfazit des ersten Vorsitzenden Michael Krieg. Er sagt: "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen." Nach 30 Spieltagen belegte der SV Geislautern lediglich den zwölften Platz. Die Bilanz im Einzelnen liest sich eher traurig: neun Siege, fünf Unentschieden und 16 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 37:64. Zuhause holte Geislautern 20 Punkte, auswärts zwölf. Ein Grund für die Misere: Nur ein Team hat weniger Tore geschossen als Geislautern, nämlich Absteiger SV Emmersweiler (33)."Die Mannschaft hat von Anfang an nicht funktioniert", sagt der Vorsitzende Krieg. Schon früh hatte die Vereinsführung daher Konsequenzen gezogen. Der erst vor Saisonbeginn verpflichtete Trainer Werner Gerber musste nach dem siebten Spieltag seinen Hut nehmen. Norbert Pausch(Foto: SZ), der zuvor beim SV Fürstenhausen in der Kreisliga A Warndt tätig war, löste Gerber ab. Pausch sieht in dem hochgesteckten Ziel vor dem Beginn der Saison den Grund für die anschließend "wechselhafte" Runde: "Da das Ziel nicht mehr zu erreichen war, haben manche Spieler danach komplett runtergefahren."So blieb auch unter Pausch die Wende aus. Am 24. Spieltag war der Vorsprung auf den Abstiegsplatz auf nur noch sechs Punkte geschrumpft. "Normal steigt man nach einer solchen Saison ab. Mit der Hilfe unserer AH-B-Spieler haben wir unser Minimalziel noch erreicht. Daher müssen wir zufrieden sein", sagt Krieg. Da der Verein eine solche Saison nicht mehr erleben möchte, sieht der erste Vorsitzende Handlungsbedarf: "Der Umbruch muss kommen." Neue, ehrgeizige Spieler sollen den Verein in der kommenden Saison voranbringen. "Wir haben Spieler verpflichtet, die wir kennen. Denn wir brauchen Leute, die sich den Arsch aufreißen. Das hat in der vergangenen Saison oftmals gefehlt", erklärt Krieg. Bereits klar ist, dass Trainer-Sohn Florian Pausch, Oliver Kleser (beide kommen vom SV Fürstenhausen), Karsten Gerne (FC Ensdorf), Karl Bachmann (SV Mehlbach/Rheinland-Pfalz) und Bernd Quirin (reaktiviert, eigene AH) hinzustoßen. Steven Geisbauer, Yves Wenner (beide SC Großrosseln), Markus Kureck (SG Altforweiler-Berus) und Philip Reichling (SSV Überherrn) werden den Verein verlassen. Abgeschlossen sind die Personalplanungen aber noch nicht. Krieg ergänzt: "Wir suchen noch drei bis vier gestandene Spieler."In der kommenden Spielzeit dürfen auf Grund der Spielklassenreform vier Mannschaften in die Landesliga aufsteigen. Doch zu einer neuerlich hohen Zielsetzung lässt sich der erste Vorsitzende nicht hinreißen. Er sagt nur so viel: "Das legt die Mannschaft im Grunde durch den Aufwand, den sie betreibt, selbst fest." Um die Aufstiegsplätze erwartet Krieg einen harten Kampf: "Einige Vereine werden enorm aufrüsten." Das ist allerdings ein Weg, den man in Geislautern nicht gehen will. "Natürlich wollen wir Erfolg haben - aber nicht um jeden Preis", erklärt der Vereins-Vorsitzende. "Da das Ziel nicht mehr zu erreichen war, haben manche Spieler danach komplett runter-gefahren."Norbert Pausch,Trainer desBezirksligisten SV Geislautern