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Dahm und Bintz sollen es nun richten

Dahm und Bintz sollen es nun richten

Völklingen

Völklingen. Für die Verantwortlichen von Marketing und Verkauf der Völklinger Stadtwerke ist das fast schon eine Katastrophe: Da gehen zum Jahresende die Zahlungsaufforderungen für dieses Jahr und auch schon erste für das Quartal 2010 an die Kunden raus - und gleichzeitig wabern ausgerechnet jetzt Gerüchte durch die Stadt, dass die Chefs ihre Gehälter durch fragwürdige Bonuszahlungen aufgebessert haben sollen. Das ist kaum zu beweisen, aber es bleibt in der öffentlichen Wahrnehmung ja immer was hängen, auch zum Nachteil der Familien der vermeintlichen "Täter".Die Werke stehen im Ruf, teuer zu sein und sich ein zu üppiges Management mit zu vielen Aufgaben zu leisten, von der Fischzuchtanlage über ein Nobelhotel bis zum Kultur-Wasserwerk Simschel. "Wir haben nichts Anrüchiges getan!", sagen die Geschäftsführer Michael Altpeter und Jochen Dahm. Sie sind enttäuscht, dass aus den Reihen des Aufsichtsrates zwischenzeitlich gar unterstellt worden worden sei, hier handele es sich um illegale Zahlungen. Mittlerweile, wo Papiere gesichtet und Anwälte hinzugezogen wurden, hat man sich auf eine moderate Sprachregelung verständigt. Alles in allem geht es um 15 000 Euro Bonus für 2007 und 2008 an Dahm. Zwar verdienen die Völklinger Stadtwerke-Chefs nicht 200 000 Euro, wie von Kritikern, die es besser wissen könnten, gern gestreut wird. Aber auch bei einem Grundgehalt von 123 000 Euro ist besagte Summe vielleicht nicht so bedeutend, dass reputierte Manager, zumal zwei Volljuristen, dafür Konflikte mit dem Gesetz in Kauf nehmen. Die beiderseitige Vereinbarung zieht nun einen Schlussstrich. Der als "Auszahler" der Boni ausgemachte Michael Altpeter geht, und zwar ohne Abfindung. Offiziell ist er noch bis September da. Altpeter, SPD-Mitglied, war bereits seit 1995 Leiter der (damaligen) Völklinger Stadtwerke. Jochen Dahms Bonus-Geld, wiewohl in seinem Arbeitsvertrag zugesichert und in Zusatzregelungen des Aufsichtsrates unter Vorbehalte gestellt, geht zurück in die Kasse oder ist bereits zurück geflossen. Der CDU-Mann Dahm, erst im Juni 2008 als hauptamtlicher Geschäftsführer neben Altpeter bestellt, bleibt im Amt und muss nun sehen, wie er die Arbeit in den nächsten Jahren allein und in einem zumindest derzeit nicht ganz spannungsfreien Klima bewältigt. Völklingens Oberbürgermeister Lorig versichert, dass man das schon hinbekomme, wenn "jeder an sich arbeitet". Der Aufsichtsratsvorsitzende beteuert, er habe mit Michael Altpeter und Jochen Dahm "eigentlich immer gut zusammengearbeitet", die umstrittene Zahlung, von der er Mitte November erfuhr, habe ihn "wie einen Schlag getroffen". Umgehend habe er den Aufsichtsrat informiert. Der soll demnächst noch weitere Änderungen beschließen: Controlling, Berichtswesen, Geschäfts- und Aufgabenstruktur, Kompetenzverteilung, Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege, Informationsfluss - dies alles soll nun einfacher und besser werden.Bürgermeister Wolfgang Bintz (CDU, Foto: hj) soll nach Willen des Oberbürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden Lorig für "verstärkte Steuerung von Seiten der Stadt" sorgen. "Ich habe mit Michael Altpeter und Jochen Dahm eigentlich immer gut zusammengearbeitet."Oberbürgermeister Klaus Lorig