Völklingen erweitert seine Grundschulen: Container überbrücken die Raumnot

Völklingen erweitert seine Grundschulen : Container überbrücken die Raumnot

Die Stadt Völklingen rüstet sich für den kommenden Ansturm. Sie stellt sogar Behelfsbauten für Schulkinder auf. Und erweitert Kindergärten.

Ein ungewöhnlicher  Kindersegen, vor allem verursacht durch Flüchtlingsfamilen, kommt auf die Völklinger Grundschulen zu. Die Stadt reagiert, indem sie auf Schulhöfen Behelfsbauten in Form von Containern aufstellen lässt.

Besonders stark von der Raumnot betroffen ist die Haydnschule in der Innenstadt. Sie verfügt derzeit über zwölf Klassenräume, erhält nun vier Räume in so genannter Modulbauweise dazu. Die betreffenden Container, die man auch als Aufenthalts- und Büroräume von großen Baustellen her kennt, sind bereits am vergangenen Donnerstag auf dem Hof aufgestellt worden. Sie werden nun als Klassenräume für die Freiwillige Ganztagsschule hergerichtet. Die Stadt hat die vier Module gemietet. Dies kostet (einschließlich Herrichtung) rund 110 000 Euro. Diese Maßnahme ist als Zwischenlösung gedacht. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) schwebt nämlich ein kompletter Ersatz-Neubau mit dann 24 Klassenräumen vor. Diese millionenschwere Maßnahme kann aber erst angegangen werden, wenn ein vom Bund erwartetes Förderprogramm aufgelegt ist.

Notfall Nummer zwei ist die Waldschule in Fürstenhausen. Sie wird um zwei Klassenräume erweitert – und zwar auch in Modulbauweise. Die Container sollen am kommenden Donnerstag auf dem Schulhof aufgestellt werden. In diesem Fall hat die Stadt die Elemente gekauft. Die Rechnung beläuft sich (inklusive Herrichtung) auf rund 200 000 Euro.

Diplomingenieur Stephan Michely ist Leiter der für Bauten und Umbauten zuständigen Abteilung im Völklinger Rathaus. Er kennt die Vorurteile, die sich mit dem Wort „Container“ verbinden, versichert aber, dass es den Kindern an nichts fehlen werde. Die Module verfügten über Heizung, Isolierung, ausreichende Beleuchtung, ein richtiges Dach und auch einen Vorraum, der zum Beispiel als Garderobe dienen könne. Wer sich ein Bild machen wolle, könne sich die DRK-Rettungswache bei den Völklinger SHG-Kliniken ansehen. Diese sei nach dem gleichen Prinzip konstruiert worden, so Michely.

Dritte städtische Großbaustelle ist und bleibt die Grundschule auf dem Heidstock. Sie wird zu Schuljahresanfang den ersten Jahrgang der künftigen Gebundenen Ganztagsgrundschule aufnehmen. Kinder und Lehrer werden dann einen Großteil des Tages im Gebäude verbringen,  und auch der Unterricht wird anders strukturiert. 850 000 Euro sind für die nötigen Umbauten angesetzt, die Ende des Jahres vollendet sein sollen. Die Arbeiten unter Projektleiterin Beate Ludes sind  in vollem Gange.

Michely schildert, was getan wird: „Die Klassenräume werden durch Türen verbunden, und zwischen zwei Klassenräumen entsteht jeweils ein Förderraum. Zusätzliche Funktionsräume für Sozialarbeiter und Pädagogen werden eingerichtet. In Ost- und Westtrakt werden Aufzüge eingebaut.  In allen Räumen werden schallabsorbierende Decken eingebaut. Die Toiletten werden modernisiert.  Auf dem Schulhof wird ausgeschachtet, damit Licht in die Funktionsräume im Keller gelangt, und ein bisher als Parkplatz genutzter Teil wird in eine Grünanlage umgewandelt.“

Nun kommt auch von außen her sichtbare Bewegung in das Kindergartenprojekt St. Eligius in der Innenstadt. Während der Abrissarbeiten am benachbarten Kolpinghaus in der Bismarckstraße war bereits im Kindergarten-Altbau  entkernt und umgebaut worden. Jetzt ist eine Fachfirma dabei, mit großen, vorkonstruierten Holzelementen  das Gebäude aufzustocken. Im September sollen dann die Fenster eingesetzt werden.  Michely rechnet damit, dass der Kindergarten, zwischenzeitlich im früheren Postgebäude untergebracht, Ende April wieder in sein früheres,  erheblich erweitertes Domizil einziehen kann.

Der Kindergarten St. Eligius in der Hofstattstraße in Völklingen wird derzeit von einer Fachfirma für Zimmerei und Holzbau  aufgestockt. Foto: BeckerBredel

Bewegung zeigt sich auch in Sachen Kindergarten-Neubau in der Rheinstraße. Laut Michely liegt inzwischen eine Entwurfsplanung für dieses millionenschwere Projekt vor.

Mehr von Saarbrücker Zeitung