Claude Dolic Der Wunschkandidat setzt auf flache Hierarchien

Völklingen · Der Handball-Oberligist HSG Völklingen hat Claude Dolic als Nachfolger von Trainer Berthold Kreuser vorgestellt. Co-Trainer wird Alexander Hewener.

 Berthold Kreuser (hinten) drückt auf unserem Foto von 2015 seinen damaligen Spieler Claude Dolic.

Berthold Kreuser (hinten) drückt auf unserem Foto von 2015 seinen damaligen Spieler Claude Dolic.

Foto: Klos Horst/Horst Klos

Claude Dolic wird Trainer des Handball-Oberligisten HSG Völklingen. Dass der 38-Jährige der heißeste Kandidat für den am Saisonende frei werdenden Posten ist, hatte die SZ am 13. März berichtet. Jetzt stellte der Verein den Franzosen offiziell als Nachfolger von Berthold Kreuser vor. Der wird nach neun Jahren bei der HSG am Saisonende aufhören (wir berichteten).

„Claude war unser Wunschkandidat als neuer Trainer“, sagt Völklingens sportlicher Leiter Stefan Hoff: „Dass es mit der Verpflichtung so lange gedauert hat lag daran, dass Claude Leiter eines Unternehmens in Frankreich ist. Deshalb ist er zeitlich stark eingespannt. Dafür mussten wir eine Lösung finden.“ Die sieht so aus, dass Dolic mit Alexander Hewener ein Co-Trainer zur Seite gestellt wird. Der 30-Jährige trainiert derzeit die zweite Mannschaft der HSG Völklingen in der Bezirksliga. „Alexander hat bei unserer Reserve aus einem wilden Haufen eine gute Mannschaft geformt. Er ist ein Mann für die Zukunft, den wir aufbauen wollen“, sagt Hoff.

Hewener soll bei der HSG Völklingen auch für ein individuelles Training mit einzelnen Akteuren verantwortlich sein, während Familienvater Dolic „das große Ganze“ im Blick haben soll. Der neue Cheftrainer setze laut Hoff auf flache Hierarchien: „Das ist genau das, was wir wollten.“

In Völklingen ist Dolic, der von der SZ telefonisch trotz Absprache nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, kein Unbekannter. Als Rückraum-Mitte-Spieler lief er von 2014 bis 2015 für die HSG auf. Zuvor spielte der Franzose unter anderem für den TBS Saarbrücken in der Regionalliga und für den französischen Drittligisten AS Folschviller. Erste Trainer-Erfahrung sammelte Dolic bei seinem Heimatclub US Forbach.

Neben dem neuen Trainergespann gab der Verein weitere Personalien bekannt: Ein Großteil des Oberliga-Kaders hat bei der HSG Völklingen für die kommende Spielzeit verlängert. Den Club verlassen wird Christian Jung, der das Spielertrainer-Amt bei seinem Heimatverein HSG Fraulautern-Überherrn in der Saarlandliga übernehmen wird. Zudem wird Torwart Andrej Kessler in der kommenden Saison pausieren, da er mit seiner Frau Nachwuchs erwartet. „Auch zwei Neuzugänge haben wir schon“, sagt Hoff: „Deren Namen kann ich noch nicht bekannt geben. Aber es sind junge Spieler mit Potential.“

Am vergangenen Samstag musste die HSG Völklingen in der Oberliga ihre sechste Niederlage in Serie hinnehmen: Beim Tabellenfünften SG Saulheim unterlagen die Mannschaft von Noch-Trainer Kreuser vor etwa 150 Zuschauern mit 22:26 (13:15). Nach dem 0:4-Rückstand konnte die HSG nach knapp zwölf Minuten zum 5:5 ausgleichen. Und sechs Minuten vor der Pause hieß es 10:10. Doch danach lagen bis zum Spielende aber immer die Gastgeber in Führung. „Wir haben vorne unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Wir hatten alleine sechs Pfostentreffer“, hadert Hoff.

Die HSG Völklingen bleibt Tabellenzwölfter und hat noch vier Mannschaften hinter sich. Der Vorsprung auf den HV Vallendar auf dem ersten möglichen Abstiegsplatz, wenn es drei Absteiger geben sollte, beträgt drei Zähler.

An diesem Samstag, 6. April, um 18 Uhr muss die HSG in der Völklinger Hermann-Neuberger Halle gegen die „Übermannschaft“ der Liga ran. Tabellenführer TV Hochdorf steht seit dem 38:16-Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten TV Homburg am vergangenen Sonntag als Meister feststeht.