Volles Programm für den Bundespräsidenten Steinmeier verlegt ab heute Amtssitz für drei Tage nach Völklingen – Das ist sein Programm

Völklingen · Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier arbeitet ab heute von Völklingen aus. Etliche Termine und Treffen stehen auf dem Programm. Die SZ gibt einen Überblick.

 Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, nein, nicht auf dem Weg nach Völklingen sondern Mitte Februar vor der Kambodscha-Reise – nach Völklingen kommt der Budespräsident am 7. März.

Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, nein, nicht auf dem Weg nach Völklingen sondern Mitte Februar vor der Kambodscha-Reise – nach Völklingen kommt der Budespräsident am 7. März.

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Für Völklinger ist es sicherlich ungewöhnlich. Aber auch für den Bundespräsidenten dürfte es zumindest nicht ganz alltäglich sein.

Frank-Walter Steinmeier verlegt seinen Amtssitz vom Berliner Schloss Bellevue für drei Tage – vom heutigen Dienstag, 7. März, bis zum 9. März – nach Völklingen.

Steinmeier in Völklingen, der „Arbeiterstadt im Wandel“

Für Steinmeier – auch sieben seiner Amtsvorgänger waren schon in Völklingen – ist es in seiner zweiten Amtszeit die sechste „Ortszeit Deutschland“ – unter diesem Motto organisiert das Bundespräsidialamt Termine, damit es nicht nur in der Bundeshauptstadt Berlin, sondern auch bewusst an anderen Orten Gelegenheiten zu engeren Kontakten zwischen Bürgern und Bundespräsident gibt. „Auch in Völklingen möchte der Bundespräsident einen Eindruck davon bekommen, was die Menschen bewegt, wie sie in einer Zeit des Epochenbruchs auf ihr Land schauen und wie sich die großen politischen Entwicklungen vor Ort auswirken“, heißt es in der Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes.

Völklingen, als „Arbeiterstadt im Wandel“, stehe dabei auch beispielhaft „für den Auf- und auch den Abschwung der Montanindustrie“. Weiter heißt es: „Der wirtschaftliche Umbruch und seine gesellschaftlichen und sozialen Folgen sind in Völklingen deutlich spürbar. Die Stadt ist geprägt von Zuwanderung an diesen einstmals prosperierenden Industriestandort. Gleichzeitig steht sie vor besonderen sozialen Herausforderungen. Die Arbeitslosigkeit in Völklingen liegt weit über dem Bundesdurchschnitt.“

Volles Programm für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Zum Programm von Frank-Walter Steinmeiers Besuch gehören Treffen mit Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern ebenso wie die „Kaffeetafel kontrovers“ mit eingeladenen Gästen. Zudem werde der 67-Jährige mit den „Stadtteilmüttern“ aus migrantisch geprägten Stadtteilen über Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft sprechen. – Die acht ehrenamtlichen Völklinger „Stadtteilmütter“ sind Ansprechpartnerinnen insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund, etwa bei Behördengängen, bei Schul- oder auch privaten Problemen.

Auch ein Besuch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einem Boxclub steht auf dem Programm, ebenso ein Termin bei Saarstahl. Das Unternehmen, größter Arbeitgeber in der Stadt, repräsentiere eine Branche, die von Umbrüchen und steigenden Energiepreisen besonders betroffen sei. Natürlich darf das Weltkulturerbe nicht fehlen. Dort werden, am dritten Tag von Steinmeiers Besuch, gemeinsam mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger Saarländerinnen und Saarländer für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Zum Abschluss besucht Frank-Walter Steinmeier noch eine Essensausgabe der Völklinger Sankt-Eligius-Gemeinde.

Steinmeier trägt sich ins Goldene Buch von Völklingen ein

Gastgeber der fünf „Ortszeiten Deutschland“ vor Völklingen waren die Städte Freiberg in Sachsen, Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern, Rottweil in Baden-Württemberg, Quedlinburg in Sachsen-Anhalt und Altenburg in Thüringen. Bundespräsident Steinmeier suche sich bewusst Orte aus, „die in strukturschwachen Gebieten besonders von Folgen der Transformation und den Kostensteigerungen infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine betroffen sind“. Er suche zudem spontane Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern und wolle erfahren, „was den Menschen Mut und Hoffnung macht und was sie skeptisch gegenüber unserer Demokratie und ihren Institutionen werden lässt“. Er wolle sich ein Bild davon machen, „was die Menschen vor Ort umtreibt und auch dazu motiviert, Verantwortung zu übernehmen“.

Nach seiner Ankunft am Dienstag, 14 Uhr, im Neuen Rathaus und einem Gespräch mit Oberbürgermeisterin Christiane Blatt folgt auch der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Nach weiteren Gesprächen wird er gegen 16 Uhr seinen vorübergehenden Amtssitz im Alten Rathaus beziehen.

Fragen an den Bundespräsidenten? – Falls Sie Fragen an den Bundespräsidenten haben, mailen Sie diese an uns, und wir werden versuchen, ihm eine kleine Auswahl davon zu stellen – E-Mail bitte an: redvk@sz-sb.de.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort