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Online-Umfrage
Büttenredner sollten sich viel Mühe geben

Völklingen/Warndt/Köllertal. Wer feiert Karneval, wer nicht? In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage haben SZ-Leser dazu Auskunft gegeben. Von Doris Döpke

Die tollen Tage nähern sich dem Höhepunkt, Rathausstürme und Karnevals-Umzüge stehen vor der Tür. Es ist bunt, es ist munter, man hört allerorten Tusch und Täterä – aber wie viele Menschen in der Region feiern eigentlich dabei mit? Und was mögen die Leute am Karneval, was nicht?


Wir haben Leserinnen und Leser der SZ online nach ihrer Meinung zum Thema gefragt.  149 Menschen aus Völklingen, Großrosseln und den drei Köllertal-Kommunen haben sich an der – nicht repräsentativen – Umfrage beteiligt.

Was gehört für die Menschen in der Region zur Fastnacht, oder was fällt ihnen dabei besonders auf? Bei dieser Frage gab es bis zu fünf Auswahl-Möglichkeiten aus einer umfangreichen Liste. Ganz vorne landete das Verkleiden, 118 Mal genannt, es gehört für die Leserinnen und Leser also zuallererst zum Karneval. Fastnachtsmusik kam mit 93 Nennungen auf Platz 2, Ausgelassenheit auf Platz 3 (80 Klicks). Witze, Tänze, „raus aus den Alltagszwängen“, Frechheit gegenüber Autoritäten nehmen die folgenden Ränge ein. Und dann, auf Platz 8, kommt  „Alkohol“ – eine Beobachtung, die mancherlei Abneigung gegen das Karneval-Feiern weckt.

Aber dazu später. Bleiben wir erstmal beim vielleicht überraschendsten Ergebnis: Fastnachts-Fans sind eine Minderheit. Wenngleich eine große. Zehn Prozent der Umfrageteilnehmer (15 Menschen) tun selbst bei Fastnachts-Veranstaltungen mit, 37 Prozent (55 Personen) sind als Zuschauer dabei – insgesamt feiern also 47 Prozent der Befragten (70) Karneval. Aber 53 Prozent (79 Leute) sind bei der Fastnacht nicht dabei.

Von den 70 Menschen, die sich zur feiernden Minderheit bekennen, wollten wir wissen, wo sie sich am liebsten in den närrischen Trubel stürzen. 43 Prozent tun’s im Saal, bei Veranstaltungen regionaler Vereine. 37 Prozent tun’s auf der Straße, etwa bei Umzügen. Mit Kappensitzungs-Übertragungen im Fernsehen halten es 19 Prozent. Und ein Prozent der Befragten bevorzugt  Privat-Feste karnevalistischer Art.



„Was mögen Sie besonders an der Fastnacht?“, lautete die nächste Frage. Angesichts der Tatsache, dass die Nicht-Fastnachter eine 53-Prozent-Mehrheit stellen, wundert es nicht, dass 25 Prozent der Befragten (37) ihr Häkchen bei der Antwort „nichts“ setzten. Gleich dahinter folgt „Tradition“: Die schätzen 20 Prozent der Umfrage-Teilnehmer (30 Menschen). 16 Prozent (24) gefällt das Feier-Vergnügen, je 15 Prozent mögen die Kostümierung samt zugehörigem Rollenspiel und die Komik des Ganzen.

Bei der Frage „Was mögen Sie an Fastnacht nicht?“ hatten wir die Antwort offen gelassen und gebeten, jeweils drei knappe Stichworte zu nennen. Am häufigsten, nämlich 70 Mal,  fiel dabei das Stichwort „Alkohol“. Den mögen die Umfrage-Teilnehmer vor allem dann nicht, wenn die Trinker es übertreiben und so exzessiv ins Glas schauen, dass sie  sich nicht mehr im Griff haben. „Fastnacht als Alibi zum Saufen“ – so hat es jemand formuliert –, verursacht  tiefen Unwillen. Auch wegen der Folgen, von „Anmache“, von „Grabschern“ oder von „Prügeleien“ ist da die Rede.

Ein zweiter oft genannter Punkt ist „Spaß auf Knopfdruck“; Fröhlichkeit nach Kalender lehnen viele Befragte ab. Und schließlich gibt es saftige Kritik an der gängigen Fastnachts-Komik: Witze, die schlecht sind, zotig („unter der Gürtellinie“) oder einen Bart haben („immer dasselbe“), kommen miserabel an – Büttenredner sollten sich also unbedingt viel  Mühe geben.

Aber es gibt auch Umfrage-Teilnehmer, deren Zuneigung zur Fastnacht ungetrübt ist. „Habe keine negativen Gedanken“, hat jemand geschrieben. 23 andere Befragte haben ohne Worte Gleiches ausgedrückt: Sie haben das Antwortfeld zur Frage, was sie an Fastnacht nicht mögen, einfach leer gelassen.

Wer mitmachen will beim SZ-Umfrage-Center, muss sich nur einmalig registrieren (kostenlos). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

FOTO: BeckerBredel