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Bürgerversammlung in Ludweiler
Wie die „Asphaltwüste“ schöner werden kann

Unter anderem um die üppige Straßenfläche am Bürgermeisteramt ging es bei der Versammlung.
Unter anderem um die üppige Straßenfläche am Bürgermeisteramt ging es bei der Versammlung. FOTO: Andreas Lang
Ludweiler. Was lässt sich in Ludweiler verbessern – und wie? Darum ging es, vor nur wenig Publikum, in einer Bürgerversammlung. Von Andreas Lang

Zum zweiten Mal binnen einer Woche waren die Bürger aus Ludweiler am Mittwochabend nun gefordert, ihre Meinungen bei einer Bürgerversammlung einzubringen.


Ging es vergangenen Donnerstag noch vor reichlich Publikum im Sitzungssaal des Bürgermeisteramts darum, den Verkehr in der Rosseler Straße zu bändigen (wir berichteten), waren am Mittwoch im Saal der Warndtperle Verschönerungen im Rahmen des Leader-Programmes das Thema. Vor überraschend wenig Publikum: Neben Vertretern des Ortsrates um Ortsvorsteher Andreas Willems waren nur die von ihrem Projektlehrer begleiteten Schüler der Graf-Ludwig-Gemeinschaftschule und eine Handvoll Bürger gekommen.

Gerhrad Fischer, der Projektleiter der Förderregion Warndt-Saargau und Impulsgeber, nannte viele Beispiele, an denen er sich vorstellen könne, das Ortsbild schöner zu gestalten. Einmal mehr begann er dabei mit den Ortseingängen, an denen eine Art Tor geschaffen werden soll. So auch am Ludweiler Bürgermeisteramt.



Eine Torwirkung will Fischer mit jeweils drei Elementen erzielen. An einer Straßenseite steht das Symbol der Region Warndt-Saargau. Ein stählernes „W“ , die Spitzen sind mit blauem, grünem und schwarzem Sicherheitsglas ausgefüllt. Somit sind bereits viele der prägenden Merkmale der Region abgedeckt: Stahl, Kohle, Glas und Wald. Dazu steht das Logo auf einem Sandsteinsockel, womit sich ein weiteres Merkmal der Region wiederfindet.

Auf der jeweils anderen Straßenseite soll ein anderes Symbol stehen. Etwa das Hugenottenwappen am Ortseingang aus Richtung Lauterbach. Statt eines Torbogens plant Fischer, den Bogen über die Fahrbahn zu spannen – mit einer andersfarbigen Fläche, die sich optisch vom Asphalt abhebt.

Am Ortseingang Bürgermeisteramt gibt es wohl am meisten zu tun. Die „Asphaltwüste“, wo am Käsberg mehrere Straßen aufeinander treffen, hätte er gerne mit Grünflächen aufgelockert. Überhaupt könne der gesamte Straßenbogen bis zur Karlsbrunner Straße und noch ein Stückchen darüber hinaus völlig neu gestaltet werden.

Das würde sich auch mit den Plänen von Karl Werner Desgranges, dem Vorsitzenden des Heimatkundlichen Vereins, decken, auch wenn der seine ganz eigenen Vorstellungen hat, die er später bei der Aussprache ausführte. Am Lauterbach sähe er gerne Symbole, die an die Rixfurth erinnern. „Die war wohl die ursprüngliche Keimstätte Ludweilers.“ Dort hätten sich schon sehr früh wohlhabende Kaufleute und Gallier, die im römischen Heere dienten, niedergelassen.

Auch am Ortseingang aus Richtung Werbeln sei einiges zu verschönern, so Fischer, der an den meisten Projektflächen auch gerne neue Orte schaffen will, an denen man sich gerne aufhält. So auch an einem Projekt an der Hohlstraße. Derzeit wirkt die dort aufgestellte Sitzbank nicht sehr einladend, auch weil sie auf einer schrägen Fläche steht. Fischer plant, den talseitig gelegenen Teil der Fläche mit einem Mäuerchen anzuheben – diese Möglichkeit wendet er übrigens bei vielen Teilprojekten an –, und die Bank so auf einer gefällefreien Fläche attraktiver zu machen.

Was davon umgesetzt wird, entscheiden schließlich die Bürger, die dann ja auch im Rahmen einer Bürgerwerkstatt selbst Hand anlegen müssen. Spätestens dann sei auch die Beteiligung wesentlich größer, glaubt Ortsvorsteher Willems, der an den Brunnenbau am Friedhof erinnerte. Damals sei er zum ehrenamtlichen Arbeitseinsatz ein wenig zu spät gekommen: „Da waren schon so viele Freiwillige, dass ich weiteres Arbeitsmaterial herangeschafft habe.“