| 20:42 Uhr

Jubiläum am Wasserturm
Weiter Blick ins Land statt Gewerbegebiet

Flugtage mit langer Tradition: Statt eines Gewerbegebietes gibt es nun das mittlerweile 22. Drachenfest am Wehrdener Wasserturm.
Flugtage mit langer Tradition: Statt eines Gewerbegebietes gibt es nun das mittlerweile 22. Drachenfest am Wehrdener Wasserturm. FOTO: BECKER&BREDEL / bub
Wehrden. Die Bürgerinitiative (BI) Hoheberg feiert gemeinsam mit dem Drachenclub Nepomuk am Wehrdener Wasserturm ihr 25-jähriges Bestehen. Die BI hat verhindert, dass seinerzeit ein 24 Hektar großes Gewerbegebiet an diese Stelle kam.

Am 8. und 9. September lässt der Völklinger Verein Nepomuk wieder die Drachen am Wehrdener Wasserturm steigen. Beim mittlerweile 22. Drachenfest an dieser Stelle blickt diesmal die Bürgerinitiative Hoheberg auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Dass gemeinsam gefeiert wird, hat einen besonderen Grund. Ohne diese Bürgerinitiative wäre nämlich inzwischen das ganze Gebiet bebaut – sprich, ein Drachenfest unmöglich gewesen.


Anfang 1993 hatte Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD) der Öffentlichkeit den Plan präsentiert, am Hoheberg ein Gewerbegebiet mit 24 Hektar Fläche zu schaffen. Dagegen formierte sich in Wehrden eine Bürgerinitiative, in der damals unter anderen auch bekannte Kommunalpolitiker wie Stephan Tautz, Paul Ganster sowie Engelbert Thiel und Peter Fixemer (letzterer nicht zu verwechseln mit dem heutigen gleichnamigen Kommunalpolitiker) mitmischten. Die Bürgerinitiative organisierte Protest in Form von Versammlungen, Infoständen und Plakaten und brachte es schließlich auf über 4000 Unterschriften gegen das Projekt. Wie Tautz, einer der damaligen Sprecher, berichtet, ließen sich schließlich auch die Ratsfraktionen überzeugen. In einer Stadtratssitzung Anfang November 1993 nahm Hans Netzer dann das Thema „Gewerbegebiet“ selbst vom Tisch. Und bald darauf feierten die Bürger und ihre Initiative auch das erste Wehrdener Hohebergfest am Platz vor dem Wasserturm.

Die Bürgerinitiative sah sich dann erneut durch ein Projekt auf Wadgasser Seite gefordert. Der damalige Bürgermeister Harald Braun (SPD) plante – weit größer als später realisiert – ein Gewerbegebiet an der Banngrenze zu Wehrden, am Sitters. Bei voller Verwirklichung hätte sich eine Straßenverbindung vom Sitters quer durch den Warndt in Richtung Frankreich – St. Avold ergeben. Die Wadgasser steckten schließlich ihre Pläne zurück und legten zudem noch einen Mischwaldstreifen zwischen dem Gewerbegebiet und der Wohnbebauung im oberen Wehrden an.



Stephan Tautz, Organisator von Seiten der Bürgerinitiative, und Raimund Gläser, Vorsitzender des Drachenclubs, planen unter dem Motto „Zurück zu den Anfängen“ ein zweitägiges Programm mit einigen Höhepunkten. Dazu zählen Fallschirmabsprünge, ein Feuerwerk und der Start eines Heißluftballons.

Zuvor hatte es bei einer Bürgerversammlung in der Kulturhalle Wehrden „Die gelbe Karte für Hans Netzer“ gegeben. BI-Sprecher Stephan Tautz zeigt hier den Zeitungsausschnitt vom 20. November 1993.
Zuvor hatte es bei einer Bürgerversammlung in der Kulturhalle Wehrden „Die gelbe Karte für Hans Netzer“ gegeben. BI-Sprecher Stephan Tautz zeigt hier den Zeitungsausschnitt vom 20. November 1993. FOTO: Bernhard Geber
Am 25. November 1993 erlebten viele Wehrdener Bürger die Stadtratssitzung, in der der Plan des Gewerbegebietes am Wasserturm endgültig aufgegeben wurde.
Am 25. November 1993 erlebten viele Wehrdener Bürger die Stadtratssitzung, in der der Plan des Gewerbegebietes am Wasserturm endgültig aufgegeben wurde. FOTO: Bürgerinitiative Hoheberg / Stephan Tautz