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Bolldorf hat Lust auf Bundesliga-Luft

Bolldorf hat Lust auf Bundesliga-Luft

Fürstenhausen/Gersweiler. Christopher Bolldorf hat jüngst bei den deutschen Ringer-Meisterschaften in Bonn ein richtiges Auf und Ab erlebt. Zunächst ging es aber vor allem für seinen ersten Gegner auf und ab

Fürstenhausen/Gersweiler. Christopher Bolldorf hat jüngst bei den deutschen Ringer-Meisterschaften in Bonn ein richtiges Auf und Ab erlebt. Zunächst ging es aber vor allem für seinen ersten Gegner auf und ab. Der 17-jährige Griechisch-Römisch-Spezialist (96-Kilo-Klasse) drehte und warf den Thüringer Sebastian Kessel munter über die Matte, gewann 7:1 und 3:1. In Kampf zwei kam hingegen der Neuzugang des KSV Gersweiler unter die Räder. Gegen Christian Fischer vom hessischen KSV Seeheim musste er nach zwei Runden (1:5 und 1:2) eine Niederlage einstecken. Sein Kommentar dazu: "Ich habe den Kampf verpennt. Den hätte ich gewinnen müssen. Jetzt bin ich wohl draußen. Ich nehme an, dass Fischer im nächsten Kampf gegen Kasim Aras rausfliegt. Aber in der Runde in der 2. Bundesliga kann ich mich an ihm rächen." Doch manchmal kommt es eben anders. Fischer besiegte tatsächlich den Junioren-Vizeweltmeister und deutschen Vizemeister des Vorjahres und schaffte den Finaleinzug, holte letztlich Silber hinter Kai Dittrich. Das hatte zur Folge, dass Bolldorf in die Hoffnungsrunde durfte. Sein Kontrahent dort: Ugur Dogan vom ASV Mainz 88 (Rheinhessen). Ergebnis: 6:3 und 4:0 für den Saarländer - was bedeutete: auf unter die ersten Fünf, ab zum Kampf um Platz drei. Wer hätte das nach dem Fast-Aus gedacht? Doch auf das Hoch folgte erneut ein Tief. Im kleinen Finale musste Bolldorf gegen Aras ran und ging nach nur 37 Sekunden auf die Schultern. Kein schönes Ende, aber immerhin Platz fünf bei den Männern für einen Athleten im ersten Junioren-Jahr. Für den deutschen Kadetten-Meister des Vorjahres, damals in der 85-Kilo-Klasse, steht der Saison-Höhepunkt noch bevor: die Titelkämpfe der Junioren am kommenden Wochenende. Bolldorf erklärt: "Mein Ziel ist eine Medaille. Meine stärksten Gegner werden wohl Oliver Hassler und Coskun Efe sein. Gegen Efe habe ich bisher zwar immer gewonnen, er aber in der Bundesliga für Aalen jetzt einige gute Kämpfe gemacht." Bolldorf will in der nächsten Saison auch Bundesliga-Luft schnuppern - wenn auch nur Zweitliga-Luft. Sein Wechsel zum KSV Gersweiler ist perfekt, dessen Verbleib in der 2. Liga (in der RG Saarbrücken) ebenfalls - allerdings wohl unter anderen Vorzeichen als bisher. Einige Athleten haben sich von der RG abgewandt - etwa die Brüder William und Georg Hardt, die in die Erste Liga wollen. William wird mit Hallbergmoos, Georg mit Witten in Verbindung gebracht. Dominique Engel, der bei der DM ebenfalls gute Leistungen zeigte, wurde noch nicht weiterverpflichtet. Da man sich bei der RG aber erst vor kurzem darauf einigen konnte, wie es weiter geht, werden die Verhandlungen mit Athleten wohl erst anlaufen. Für Christopher Bolldorf, der derzeit eine Ausbildung zum Fahrzeug-Lackierer macht, ist die Verpflichtung in Gersweiler eine Rückkehr zu seinem ersten Verein, den er vor sechs Jahren verließ. Von 2002 bis 2006 ging Bolldorf für Riegelsberg auf die Matte, wechselte dann nach Fürstenhausen. Bolldorf: "Ich bin damals nach Fürstenhausen gewechselt, weil ich dort mit Jürgen Both einen guten Griechisch-Römisch-Trainer hatte und in Riegelsberg nicht. Jetzt will ich in die 2. Liga, um mich weiterzuentwickeln."