Warndtgymnasium muss Kinder abweisen: Bittere Tränen nach der Auslosung

Warndtgymnasium muss Kinder abweisen : Bittere Tränen nach der Auslosung

Kinder und Eltern sind geschockt. Das Warndtgymnasium musste nun Plätze für Schulanfänger verlosen. 13 Kinder blieben bei dem Verfahren vor der Tür.

Das Warndtgymnasium in Geislautern bleibt oben in der Beliebtheitsskala bei den weiterführenden Schulen in der Region. Mit der Schattenseite, dass nun 13 Kinder, die sich mit ihren Eltern für diese Schule entschieden hatten, im kommenden Schuljahr vor der Tür bleiben müssen.

Am vergangenen Donnerstagabend hatte ein Losverfahren entschieden, wer ans Warndtgymnasium darf – und wer nicht. Dies war das erste Verfahren dieser Art, das im Raum Völklingen-Warndt bekannt geworden ist. Wie betroffene Eltern berichten, sollen dabei Tränen geflossen sein. Denn sie und ihre Kinder hätten sich ganz bewusst für das Warndtgymnasium entschieden. Die Kinder hätten die Schule auch schon bei einem Tag der offenen Tür erlebt und sich richtig auf sie gefreut. Überlegungen, eine weitere Klasse zu bilden oder zeitweilig einige Schüler mehr pro Klasse aufzunehmen, seien an einem Veto aus Saarbrücken gescheitert. Stattdessen habe nun ein Computer per Zufallsgenerator entschieden, wer einen Platz an diesem Gymnasium finde.

Diese Auslosung – Termin, Uhrzeit und Ort waren an der Schule bekannt gegeben worden – fand in Gegenwart von rund 50 Betroffenen am Warndtgymnasium statt. „Es war ein Erlebnis fast wie in einem Kriegsfilm“, schildert ein Vater, dessen Namen der SZ bekannt ist. „Die einen lachten, und die restlichen 13 Kinder standen dann da.“ Kinder, die für den zweisprachigen Zweig angemeldet waren, hätten von vornherein ihren Platz sicher gehabt. Diese Tatsache habe sich womöglich zuvor schon bei Eltern herumgesprochen. Und die Frage, ob die Kinder nun eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten hätten oder nicht, habe bei der Auslosung keine Rolle gespielt: „Da hat nur der Zufall entschieden und nicht die Noten.“

Vertreter des Völklinger Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasiums und der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule in Ludweiler waren beim Termin zugegen, um abgewiesene Kinder sozusagen direkt in Empfang zu nehmen. Einige sollen dann auch spontan angemeldet worden sein – „wohl aus Angst, sonst überhaupt keinen Platz mehr zu finden“, wie der Vater, der Augenzeuge war, annimmt. Das Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen galt bei Eltern als mögliche Alternative. Ihnen wurde aber bereits bei der Auslosungsveranstaltung mitgeteilt, dass kein Vertreter von dort erschienen sei, weil auch dort das Ministerium keine zusätzliche Klasse genehmigt habe.

Wie das Einstein-Gymnasium gestern bestätigte, ist dort mit 87 Neuanmeldungen das von Saarbrücken aus Zulässige ausgereizt. Dort werden nun drei Eingangsklassen mit jeweils 29 Kindern, der üblichen Höchstzahl, gebildet. Das Warndtgymnasium selbst geht mit 87 Kindern in drei Klassen ebenfalls an die derzeitige Obergrenze. Am Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium waren gestern 83 Kinder für drei Klassen angemeldet. Dies ergibt – zumindest rechnerisch – noch etwas Luft. Wir fragten auch nach der Belegungszahl an der Graf-Ludwig-Gemeinschaftsschule. Dort wurden wir allerdings gleich an das Bildungsministerium weiterverwiesen.

Das Albert-Einstein-Gymnasium in Völklingen bietet seit einigen Jahren sogar Bandklassen an. Foto: BeckerBredel

Wir wandten uns an die die dortigen Pressestelle. „Gab es keine andere Lösung?“ und „Wohin wurden die Kinder verwiesen?“ lauteten unsere Fragen. „Im Wesentlichen an das Kaschnitz-Gymnasium, wo es zu diesem Zeitpunkt noch über 13 freie Plätze gab“, hieß die Antwort (siehe auch „Hintergrund“).