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Noch mehr Fußgängerzonen in Völklingen?
Bitte keine Experimente

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Konrad Adenauer prägte einen schlichten Spruch, der zum geflügelten Wort wurde. Mit dem Slogan „Keine Experimente!“ warb der damalige Bundeskanzler im Wahlkampf 1957 dafür, ihn zu unterstützen. Von Bernhard Geber

Adenauer war ein Erfolgsmensch, der die damals noch junge Bundesrepublik hinein ins Wirtschaftswunder führte. Ein solches Wunder steht in der Völklinger Innenstadt noch aus. Das sollte ein Grund mehr sein, sich an Adenauers zwei einprägsame Worte zu erinnern. Noch mehr Fußgängerzonen in der Innenstadt? Ein äußerst gewagtes Experiment zu einer Zeit, in der viele Geschäfte ohnehin am Rand der Existenz stehen.



In den gegenwärtigen Fußgängerzonen herrscht gähnende Leere. Klare Voraussetzung für neue:  Erst einmal müssen wieder mehr Leute in die Innenstadt kommen. Wer heutzutage kommt, tut dies in der Regel mit dem Auto. Und dabei  werden ausufernde Tempolimits eher hinderlich sein. Oder sogar dazu anreizen, die Innenstadt weiträumig zu umfahren. Über die Südtangente, von der aus man dann immerhin noch bei Bedarf bequem in den Globus gelangt.

Das Darmstädter Planungsbüro setzt auf bessere Busverbindungen und Radwege als Alternative zum Auto. Die Realität verläuft umgekehrt. Völklingens Verkehrsbetriebe müssen nach der Stadtwerke-Krise kräftig bei den Linien einsparen. Ein klares Radweg-Konzept steht noch aus. Bis dahin: Bitte Finger weg von Experimenten wie der für viele rätselhaften Radler-Markierung Ecke Hofstatt-/Karl-Janssen-Straße.

Im Rathaus zieht bald eine neue Chefin ein. Bleibt abzuwarten, wie weit sie sich experimentierfreudig zeigt. Als Ortsvorsteherin in Ludweiler hat sich Christiane Blatt (SPD) jedenfalls durch solide Arbeit hervorgetan.