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Biber an der Saar
Biber-Probleme: Die Kehrseite der Medaille

„Angebiberter“ Baum am Völklinger Saarufer, nicht weit vom Kraftwerk Fenne – aufgenommen im Oktober 2017.
„Angebiberter“ Baum am Völklinger Saarufer, nicht weit vom Kraftwerk Fenne – aufgenommen im Oktober 2017. FOTO: Jörg Lergon/ WSA
Völklingen. Von Tieren gefällte Bäume sind für Gärtner ein bitterer Verlust und in Wege-Nähe gefährlich. Von Doris Döpke

(dd) Scharfe Biberzähne an der Rinde bedeuten für den benagten Baum den Tod. Was können Gärtner tun, um ihre in Gewässernähe wachsenden Gehölze zu schützen? Frank Grütz von der Naturwacht Saar rät zu Drahthosen um den Stammfuß. Mindestens einen Meter hoch, damit der Biber auch aufgerichtet nicht an die Rinde gelangt. Und nicht aus dem gängigen Kaninchendraht, sondern aus stabilerem Material, das mit etwas Abstand zum Stamm von allein steht und nicht durchs Gewicht der Tiere – 25, 30 Kilo – beiseite gedrückt werden kann.


Aber nicht nur für private Gärten können Biber problematisch werden. „Die Biber nagen auch an Bäumen, die auf Straßen fallen können“, sagt Jörg Lergon vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt   (WSA).  Das WSA selbst schaut mit Argusaugen auf „angebiberte“ Bäume entlang der Saar. Denn, so Lergon, als  Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sei sein Amt verantwortlich für die Verkehrssicherungspflicht auf seinen Flächen an beiden Saarufern, speziell dort,  wo sich Dritte aufhalten. Ganz besondere Aufmerksamkeit widmet das WSA den Uferwegen – etwa  dem Saar-Leinpfad. Der ist als Radwanderweg ausgewiesen, umstürzende Bäume können dort Menschen gefährden. Dem muss das WSA vorbeugen. Es greift auch ein, falls ein Baum ins Wasser fällt oder zu fallen droht; denn der könnte zum Hindernis für die Schifffahrt werden – die Saar ist  eine Bundeswasserstraße. Drahthosen sind auch hier das Mittel der Wahl.

Dass Biber es geschafft haben, sich auch an der Saar zu etablieren, ist aus Lergons Sicht kein bisschen erstaunlich. Zwar seien beim Saarausbau die Ufer mit Wasserbausteinen stabilisiert  worden, „60 Zentimeter dick“. Doch in den gut 20 Jahren seither habe so manches Hochwasser Sedimente mitgebracht, die sich auf den Ufern abgelagert und das „Ur-Profil“ des Flussbetts verändert haben. Auf dem angespülten Sand habe sich Bewuchs eingestellt, am Wasser, teilweise auch im Wasser – dort finde nun eben auch der Biber geeigneten Lebensraum.