Beton-Schreddern in Luisenthal gestoppt

Beton-Schreddern in Luisenthal gestoppt

CDU: RAG muss jetzt zuerst Genehmigung beantragen. Anwohner, die der Lärm störte, können zumindest vorerst aufatmen.

Nach einer von Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) Ende März angekündigten Intervention bei der RAG und den zuständigen Behörden meldet nun die CDU-Stadtratsfraktion Vollzug. Deren Pressesprecher Kevin Frank teilte mit, "nach Initiative der CDU" seien die Schredderarbeiten an der ehemaligen Grube Luisenthal durch das Bergamt eingestellt worden. Nun solle auch künftig verhindert werden, dass diese dort stattfänden.

Der Ärger war im März losgegangen. Anwohner der Albertstraße in Luisenthal beschwerten sich darüber, dass hinter ihren Häusern auf dem Gelände der RAG große Betonteile, die angeliefert würden, mit Baggern zerkleinert würden, was zu einer enormen Geräusch- und Schmutzbelastung führe. Die Luisenthalerin Ulrike Müller, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, hatte sich damals an die RAG gewandt und erfahren, dass es sich um Abrissmaterial handele, das vom so genannte Blauen Bock, dem ehemaligen RAG-Verwaltungsgebäude in der Saarbrücker Hafenstraße, auf die Tagesanlage Luisenthal gebracht wurde. Das Material solle dort zerkleinert werden, um es zum Verfüllen von Flächen auf der Tagesanlage zu verwenden. Daraufhin fanden einige Ortstermine, laut CDU-Mitteilung "unter anderem auch mit Oberbürgermeister Lorig", statt.

Ulrike Müller und Kevin Frank verbuchen nun einen "Teilerfolg". Wie nun die CDU auf Nachfrage erfahren habe, habe das Bergamt unter Hinweis auf Genehmigungspflichten die weitere Anlieferung von Abrissmaterial nach Luisenthal und die Einstellung der Zerkleinerungsarbeiten angeordnet, bis ein immissonsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren abgeschlossen sei. Ulrike Müller: "Immerhin wird nun ein notwendiges Genehmigungsverfahren überhaupt erst einmal in Gang gesetzt." Es stehe aber zu befürchten, dass dieses Verfahren doch noch zu einem positiven Bescheid für die RAG führe. "Wir werden weiter dafür kämpfen, dass die Schredderarbeiten nicht in Luisenthal durchgeführt werden!", bekräftigt Kevin Frank.

Im vergangenen Dezember hatte die RAG mit Abrissarbeiten auf der Grube Luisenthal begonnen. Die Überreste der Kohleverwertungsanlage an der Bahnlinie, die als besonders hässlich gelten, sollen in den kommenden Monaten als erstes fallen. Die zum Abriss bestimmten Ruinen stützen aber sozusagen auch die Stützmauer des Geländes hin zur Bahnlinie. Dort muss kräftig aufgefüllt werden. Die RAG hatte schon bei einem Ortstermin mit Oberbürgermeister Lorig im Dezember angekündigt, dazu Abbruchmaterial vom ihrem früheren Verwaltungsgebäude in Saarbrücken zu verwenden (die SZ berichtete).

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