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Besucherschwund im Völklinger Hallenbad

Kostenpflichtiger Inhalt: Geld für große Investitionen fehlt : Besucherschwund im Völklinger Bad

Zahl ist seit 2015 im Hallenbad deutlich gesunken. Für eine umfassende Modernisierung fehlt der Stadt aber das Geld.

Die Besucherzahlen im Völklinger Hallenbad sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Waren es 2015 noch 29 469 Badegäste, so wollten im vergangenen Jahr nur noch 22 911 Besucher in dem 1967 gebauten Bad schwimmen. Diese Zahlen nennt die Pressestelle der Stadt. Liegt es daran, dass das Hallenbad nicht genug bietet? Bereits 2005 hatte der Bundesverband Öffentliche Bäder in einem Gutachten festgestellt, das Hallenbad sei unattraktiv. Allerdings nutzen viele Schulen und Vereine das Bad, die Schülerzahlen sind sogar gestiegen (siehe Infokasten). Auch viele Schwimmer von außerhalb Völklingens nutzen das Hallenbad, das auch über einen Sprungturm verfügt, erklärt Pressesprecher Sebastian Feß.

Er sieht keinen Sanierungsstau in dem Bad, aber: „Maßnahmen zur Modernisierung wären angebracht.“ Hier nennt er die Sanierung der Sanitäranlagen für 900 000 Euro. Auch Familienumkleiden wären sinnvoll. Den Umbau der Umkleiden beziffert Feß auf weitere 900 000 Euro. „Mittelfristig sind das Dach für 1,95 Millionen, die Klimatechnik für 2,2 Millionen Euro, die Becken für 2,4 Millionen, die Elektrotechnik für 400 000 Euro und die Fassade energetisch zu sanieren“, erklärt der Pressesprecher. Das sind ohne die Fassade 8,75 Millionen Euro. Die Kosten für die Fassade gab die Stadt in einem Stadtratspapier 2018 mit 2,6 Millionen Euro an. Wo soll für die Modernisierung das Geld in der hoch verschuldeten Stadt Völklingen herkommen? Zurzeit gebe es auch keine  Förderprogramme, die die Stadt nutzen könnte, sagt Feß. Wie hoch das Defizit ist, konnte er am Donnerstag nicht sagen.

Er weist aber darauf hin, dass  auch 2020 in das Hallenbad investiert wird. Hier nennt der Pressesprecher den Austausch defekter Abwasserleitungen und von Teilen der Filteranlage. In den vergangenen fünf Jahren seien 200 000 Euro in die Schwimmbad- und Elektrotechnik geflossen. Der Bauausschuss des Stadtrates schaute sich auf Antrag der CDU-Stadtratsfraktion am Dienstag vor Ort um – allerdings nicht öffentlich. Die Presse war ausgeschlossen. Warum? „Sowohl aus hygienischen Gründen als auch aufgrund der Sicherung der Privatsphäre der Badegäste ist der Termin nicht öffentlich“, erklärte Feß. Die Mitglieder des Ausschusses seien sich einig gewesen, dass zumindest der jetzige Zustand des Bades erhalten werden müsse.

Die Besucherzahlen im Freibad sind übrigens deutlich höher als im Hallenbad, schwanken aber je nach Wetter sehr. 2018 zählte die Stadt  79 822 Besucher, im vergangenen Jahr waren es mit 60 254 deutlich weniger. Der Bundesverband Öffentliche Bäder hatte 2005 angeregt, das Hallenbad abzureißen und ein Kombibad für zwölf Millionen Euro im Köllerbachtal zu bauen. Das wurde nie umgesetzt.