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Ja-Wort am 18.8.18
Besonderes Datum für den großen Tag

Jürgen und Marion Loris haben am 18.8.18 im historischen Trauzimmer geheiratet. Rechts: Standesbeamter Markus Brenner.
Jürgen und Marion Loris haben am 18.8.18 im historischen Trauzimmer geheiratet. Rechts: Standesbeamter Markus Brenner. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Der Samstag, 18.8.18, war ein „Schnapszahl-Tag“ – und ein guter Tag zum Heiraten, fanden drei Paare. Sie gaben sich im Alten Rathaus das Ja-Wort. Von Thomas Annen

Drei Brautpaare setzen am Samstagnachmittag im Alten Rathaus Völklingen auf einen Hochzeitstag, den man(n) wohl so schnell nicht vergisst – den 18.8.18. Wegen des besonderen Datums hatte die Stadt den angestammten Trauungstermin am zweiten Samstag des Monats extra eine Woche nach hinten verlegt. Die Nachfrage hielt sich dann aber doch in Grenzen (siehe „Info“). Zum Vergleich: Am 07.07.07 schlossen zwölf Paare in Völklingen den Bund fürs Leben.


Die Brautleute Marion und Jürgen Loris sind die ersten an diesem Tag, sie haben sich ganz bewusst für das Datum entschieden. Vor einem Jahr während des Urlaubs in Jamaika wurde der Termin ausgewählt, direkt nach dem Heiratsantrag. Die beiden haben sich vor über sieben Jahren durch eine gute Freundin kennengelernt. Sind sie aufgeregt? „Jetzt geht es“, verrät der Ehemann kurz vor der Trauung. Alles ist erledigt, die Gäste sind da. Rund 20 Personen versammeln sich im historischen Trauzimmer.

„Ich hoffe, Sie genießen die Atmosphäre“, sagt Standesbeamter Markus Brenner bei der Begrüßung der Hochzeitgesellschaft. Gemütlich und familiär präsentiert sich der schmucke Raum mit dem Kronleuchter. Wenig später fragt der Standesbeamte das Brautpaar, ob es die Ehe eingehen will. „Ja!“: Marion und Jürgen Loris antworten laut und deutlich. Das Publikum applaudiert. Nach dem Ringtausch folgt der obligatorische Kuss.



Neben dem Stammbuch überreicht Markus Brenner noch einen Einkaufsgutschein. Vor dem Shoppen wird das Brautpaar aber erst mal feiern – im kleinen Kreis mit Familie und Freunden. In ein paar Tagen steigt dann eine große Gartenparty.

Markus Brenner hat noch keinen Feierabend, zwei weitere Trauungen stehen auf dem Programm. Sie gehen gegenüber im größeren Festsaal über die Bühne. Geplant sind dabei auch musikalische Beiträge, eine Sängerin beziehungsweise ein Damenchor sind angekündigt.

Früher war es üblich, dass viele Stühle im Trauzimmer leer blieben. Lediglich das Brautpaar und die Trauzeugen erschienen. Schließlich war die standesamtliche Heirat nur eine Pflichtveranstaltung, die eigentliche Kür folgte später in der Kirche.

Heute herrscht öfter auch im Standesamt ordentlich Betrieb. Der Grund: Vielen Wiederverheirateten bleibt die Tür zum Traualtar verschlossen – oder aber die Paare legen keinen Wert auf den kirchlichen Segen und feiern bereits nach der weltlichen Hochzeit. Der Rekord in Völklingen, berichtet Brenner, lag zwischen 90 und 100 Personen.

„Es ist wichtig, dass das Brautpaar pünktlich ist und niemand die Ringe vergessen hat“, sagt der erfahrene Standesbeamte. Bei einer Eheschließung, erinnert er sich, fehlten die wichtigen Schmückstücke. Der Trauzeuge sprintete los und holte die Ringe.

Scheitern Ehen, die an einem Schnapszahl-Tag geschlossen werden, eigentlich häufiger oder seltener? „Das hat damit gar nichts zu tun“, versichert Brenner.

Warum nicht jeder Bund fürs Leben bis zum Tod hält, hat sicher andere Gründe. „Der Negativrekord lag bei vier Wochen“, berichtet der Standesbeamte mit Blick auf die schnellste Scheidung. Dass jemand vor dem offiziellen Termin noch kalte Füße bekommt, ist äußerst selten. Terminverschiebungen gibt es aber manchmal, etwa, wenn ein Kind früher zur Welt kommt als geplant.

Übrigens: Auf dem Standesamt hat bei Brenner noch niemand „Nein“ gesagt. Er erinnert sich aber an einen Ehemann, der die Sache wohl nicht ganz ernst nahm. „Wenn‘s unbedingt sein muss“, antwortete er bei der entscheidenden Frage. Als Brenner nachhakte, fiel dem Scherzkeks aber doch noch das richtige Wort ein.