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Kreuser hört auf
„Der Abnutzungs-Prozess ist einfach zu groß“

 Berthold Kreuser blickt neuen Aufgaben entgegen. Er trainiert seit 2011 die HSG Völklingen. Nach der Saison sagt er servus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest – und auch nicht, was genau der 56-Jährige machen wird.
Berthold Kreuser blickt neuen Aufgaben entgegen. Er trainiert seit 2011 die HSG Völklingen. Nach der Saison sagt er servus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest – und auch nicht, was genau der 56-Jährige machen wird. FOTO: Thomas Wieck
Völklingen. Bei der HSG Völklingen endet eine Ära. Der Handball-Oberligist und Trainer Berthold Kreuser werden ab Juni getrennte Wege gehen. Von Lucas Jost

Nach neun Spielzeiten trennen sich die Wege von Handball-Oberligist HSG Völklingen und Trainer Berthold Kreuser am Ende der Saison. „Der Abnutzungs-Prozess auf beiden Seiten ist einfach zu groß. Neun Jahre ist man nicht bei einem Verein, wenn es einem dort nicht gefällt. Aber es ist einfach eine ziemlich lange Zeit“, erklärt Kreuser zu den Gründen für die Trennung an. „Zu sagen, am 30. Juni ist Schluss – das ist nicht so leicht. Aber es gab kein böses Blut bei der ganzen Geschichte. Das war eine ganz saubere Geschichte“, berichtet der 56-Jährige.


Der sportliche Leiter der HSG Völklingen, Stefan Hoff, bestätigt: „Es ist tatsächlich ein Verlust. Das war etwas Besonderes. Aber der Verein und Berthold haben das ähnlich gesehen, dass neue Impulse gesetzt werden müssen. Persönliche Probleme oder Differenzen gab es keine.“ Die Frage nach einem Nachfolger sei in der Klärung. „Wir sind seit der Entscheidung, die vergangene Woche gefallen ist, akut am Suchen. Es gibt mehrere Interessenten. Wir haben drei in der engeren Auswahl. Das wird sich in den kommenden Wochen entscheiden“, erklärt Hoff. Die Namen der drei Kandidaten will Hoff aufgrund der laufenden Trainer-Rotation in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nicht nennen. Aktuell suchen neben der HSG Völklingen auch die Liga-Konkurrenten Handballfreunde Illtal und TV Homburg für die kommende Saison einen neuen Übungsleiter. Illtals Trainer Steffen Ecker wird den Club in Richtung des Drittligisten TuS Dansenberg verlassen. Der TV Homburg sucht einen Nachfolger für Jörg Ecker. Der ist auch Leiter der Handball-Abteilung des TV Homburg. Er hatte den Trainerposten nur interimsmäßig von Daniel Sorg übernommen, der im vergangenen November seinen Rücktritt verkündet hatte.

In seinen neun Spielzeiten bei der HSG Völklingen durchlebte A-Lizenz-Inhaber Kreuser Höhen und Tiefen. Anfang 2011 übernahm er den Trainerposten beim Oberligisten vom ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Marek Kordowiecki. Den drohenden Abstieg konnte Kreuser nicht abwenden. Jedoch schaffte er umgehend den Wiederaufstieg in die Oberlliga, wo die HSG Völklingen dann den elften Platz belegte. In der Folgesaison stieg sie aber wieder in die Saarlandliga ab. Dort sicherte sich die HSG Völklingen prompt den Meistertitel und schaffte erneut den direkten Wiederaufstieg. Kreuser baute immer wieder junge Spieler in den Kader ein und konnte die HSG Völklingen im Mittelfeld der Oberliga etablieren.



Ganz verabschieden vom Handball wird sich der 56-Jährige nun aber nicht. „Aufhören will ich nicht. Aber aktuell liegt nichts Konkretes vor. Ich schaue jetzt einfach mal, was passiert“, lässt Kreuser durchblicken, dass er offen für Neues ist. Nach dem 30:25 (13:12)-Heimsieg am vergangenen Samstag in der Hermann-Neuberger-Halle gegen das Schlusslicht TSG Friesenheim II belegt er mit seiner Mannschaft übrigends den elften Tabellenplatz. Am kommenden Samstag, 16. Februar, gastiert um 18 Uhr der Tabellendritte SV Zweibrücken in der Hermann-Neuberger-Halle in Völklingen.