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Bekenntnis zu Rolle der Gewerkschaften

Bekenntnis zu Rolle der Gewerkschaften

Themen wie Rentenniveau und Sozialpolitik oder Freihandelsabkommen waren nur einige Themen der IG Metall-Versammlung im Bezirk Völklingen. Auch Vertrauensleute in den Betrieben wurden gewählt.

Die Wahl der Vertrauensleute in den Betrieben im Bereich der IG-Metall Geschäftsstelle Völklingen ist abgeschlossen. Fast 2000 Männer und Frauen wurden gewählt und stehen als Ansprechpartner in den Betrieben neben den Betriebsräten bereit. Traditionell versammeln sich die Vertrauensleute zu einem großen Konvent, das Motto lautete diesmal "Wir machen mehr". Höhepunkt waren die Auftritte von IG-Metallchef Jörg Hofmann und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ).

Proppenvoll war die Kulturhalle in Roden, mehr als 700 Metaller waren gekommen. Vor der Vertrauensleutekonferenz fand turnusgemäß die Delegiertenversammlung statt. In seinem Geschäftsbericht befasste sich der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen , Robert Hiry, schwerpunktmäßig mit den Themenkomplexen Rente, den umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP und CETA und der Finanzierung der Krankenversicherung . "Wir fordern die Rückkehr zu einer gerechteren Finanzierung, der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung ", sagte Hiry mit Blick auf den Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2005. Seit mehr als zehn Jahren zahlen die Arbeitnehmer fast ein Prozent mehr in die Kasse als die Arbeitgeber. Gerechtigkeit bedeute, jede Seite zahle die Hälfte, sagte Hiry.

Die Rente liegt den Gewerkschaftern sehr am Herzen. Wirtschaftsverbände und Teile der CDU plädierten für eine Lebensarbeitszeit von bis zu 73 Jahren. "Nicht mit uns", sagte Hiry vor den Delegierten. Die IG-Metall fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Es dürfe nicht sein, dass nach lebenslanger Arbeit am Schluss die Rente nicht zum Leben reicht.

TTIP und CETA sind ein weiteres Reizthema, nicht nur bei den Gewerkschaftern, wenngleich der Widerstand gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada von der IGM bislang am konsequentesten geführt wurde. Diese vorgesehenen Abkommen "bedrohen rechtsstaatliche Prinzipien und die demokratische Mitbestimmung", sagte Hiry. Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen , Guido Lesch, stellte vor fast 700 Vertrauensleuten und Delegierten in Roden grundsätzlich klar, dass angesichts Finanzkapitalismus, Globalisierung, wachsender sozialer Ungerechtigkeiten und Rechtspopulismus die Rolle der Gewerkschaften immer wichtiger werde.