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Kirmes Geislautern
Beim Volksfest ist richtig Leben im Schlosspark

Einmarsch der Gladiatoren, pardon: der Musiker: Die Marching Band Völklingen führt am Samstagabend den Geislauterner Kirmes-Umzug an. Und das ist der Startschuss für ein Fest, das ein ganzes langes Wochenende dauert und jeden Tag kräftigen Besucher-Zustrom hat.
Einmarsch der Gladiatoren, pardon: der Musiker: Die Marching Band Völklingen führt am Samstagabend den Geislauterner Kirmes-Umzug an. Und das ist der Startschuss für ein Fest, das ein ganzes langes Wochenende dauert und jeden Tag kräftigen Besucher-Zustrom hat. FOTO: BeckerBredel
Geislautern. Die Kirmes in Geislautern ist eine bunte, quirlige Angelegenheit – Einheimische und Besucher lieben sie. Von Andreas Lang

Die Kirmes in Geislautern lebt. Das beweisen die Einheimischen zusammen mit vielen Gästen aus den Nachbar-Stadtteilen, die übers verlängerte Wochenende auf den Festplatz im Schlosspark pilgerten. Die Geislauterner „Wies’n“ mitten im grünen Park hat ihre Vorzüge, die sich auch Völklingens Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) am Samstagabend offenbarten, als sie ihren ersten Fassanstich seit ihrem Start im neuen Rathaus-Amt absolvierte:  „Ein sehr schöner, schattiger Platz, auf dem es sich auch an solch heißen Tagen prima feiern lässt.“


Zum Beispiel mit der Marching Band Völklingen, die schon den Umzug von der Kirche auf den Festplatz angeführt hat und danach auf dem Festplatz noch einige der schmissigen Melodien zum Besten gibt. Der Kirchenchor bringt noch ein Kirmesständchen. Und dann wird kräftig gerockt. Und zwar auf der Oldie-Schiene: Die Firebirds sind da. Und sie verwandeln den proppenvollen Festplatz in eine riesige Party-Wiese.

Bereits am Freitagabend, dem ersten Kirmestag vor der offiziellen Eröffnung am Samstag, hatte die Band Foolin‘ Around mit beliebten Titeln aus dem Cover-Rock-Segment ihr Publikum auf dem Festplatz im Grünen begeistert. Und was Speisen und Getränke angeht, waren Spezialitäten im Angebot, die die Besucher auf Volksfesten nicht unbedingt erwarten. Gut, leckere Cocktails findet man dort immer öfter. Aber Whisky-Spezialitäten  oder besondere irische Biere?  In Geislautern gibt es all das. „Und die Pizza ist Weltklasse, vor allem zusammen mit einem schönen Wein“, lobt Festplatzbesucher Ralf Grzybeck. Außerdem sagt der Geislauterner, was viele denken: „Seit unsere Kirmes wieder hier auf diesem schönen Platz ist, lebt sie wieder.“



So bleiben beim Publikum nur wenige Wünsche offen. „Ich habe mich auf Kirmessahne gefreut, es gibt aber nur Softeis“, sagt Vera Schöpp bedauernd. Liegt wohl daran, dass Eiswagen derzeit stark gefragt sind und die saarländischen Volksfest-Beschicker ihre Kapazitäten in diesen heißen Zeiten vorübergehend ausgereizt haben.

Der tollen Stimmung tut das aber auch am Sonntag keinen Abbruch. Da übernehmen die Geislauterner Ortsvereine das Programm. „Wir haben alle unsere Braddler-Garden dabei“, sagt  Moderator Ilhan Özpamuk, Präsident der örtlichen Karnevalsgesellschaft Die Braddler. Auch der Turnverein weiß mit bunten Darbietungen Akzente zu setzen.

Auch am Montag ist noch nicht daran zu denken, die Geislauterer Kirmes so langsam ausklingen zu lassen. Zunächst einmal gibt es mitreißende Musik von der Gruppe Zeitsprung und zum Abschluss das obligatorische Feuerwerk, das bis weit in die Nachbarstadtteile vom Kirmesende in Geislautern kündet.

Das Fazit des Haupt-Organisators Peter Fixemer, des Vorsitzenden des Vereins Schlosskultur Geislautern, fällt schon am Sonntagnachmittag positiv aus: „Unglaublich, was hier über die Kirmestage los ist! Vor allem am Samstagabend war es richtig voll.“

So gibt es eigentlich nicht viel zu verbessern am Kirmes-Konzept. Nur beim vermeintlich so perfekten Kirmesplatz sieht Fixemer noch Verbesserungsbedarf in Sachen Infrastruktur, sprich bei den Elektro- und Wasserinstallationen: „Es ist dann doch recht mühsam, wenn mam alles immer neu auf- und abbauen muss.“

Freudige Gesichter sieht man auch bei den Schaustellern, die unter anderem mit Autoscooter, Kinderkarussell und allerhand Spielangeboten in Geislautern waren. Wegen des tollen Andrangs auf dem Volksfest, aber auch, weil ihnen der Geislauterer Festplatz gefällt. Schausteller Roland Haddzis hat den Schlosspark sogar zu einem seiner Lieblingsplätze in der Region erkoren.