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Bei kleinen Alltags-Nöten gibt es jetzt Hilfe

Bei kleinen Alltags-Nöten gibt es jetzt Hilfe

Das Quartier im Norden der Völklinger Innenstadt soll l(i)ebenswerter werden. Quartiershelfer unterstützen jetzt Bewohner, die sich mit Alltäglichkeiten wie etwa dem Einkaufen schwer tun. Soeben hat das Projekt begonnen.

Kürzlich besuchte Sven Prygodda (35) die Eheleute zum ersten Mal. Beide sind über 80 Jahre alt und brauchen Hilfe. Die Dame wartet auf einen Platz im Altenheim, der Mann ist auf den Rollator angewiesen. Der nette Helfer wurde mit offenen Armen empfangen. Beim Plaudern zeigte sich schnell, dass die Chemie stimmt. Das nächste Treffen ist bereits vereinbart: Dem Senior wird Prygodda beim Einkauf unter die Arme greifen. Und Zeit für einen Kaffee bleibt dann sicher auch noch. Zwei bis drei Mal in der Woche will der Quartiershelfer künftig bei dem Ehepaar vorbeischauen.

Sven Prygodda ist beim Diakonischen Werk an der Saar als Ein-Euro-Jobber beschäftigt, im Rahmen des Projektes "Besser leben und arbeiten im Quartier". In Kooperation mit dem Diakonischen Werk an der Saar will die Stadt die nördliche Innenstadt sozial und wirtschaftlich stärken, unter anderem durch einen Besuchs- und Begleitdienst.

Im Pressegespräch erläuterten die Verantwortlichen des Diakonischen Werkes jetzt die Aufgaben der Quartiershelfer. Sie begleiten Senioren oder behinderte Menschen zum Arzt, helfen beim Lesen der Post oder unterstützen sie bei Einkäufen. Das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos. Das Projekt wird im Rahmen des Programms BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) gefördert. Es gehe um soziale Hilfestellung, erklärte BIWAQ-Projektkoordinator Dieter Schumann. Pflege, Reparaturen oder haushaltsnahe Dienste gehörten nicht zu den Aufgaben der Helfer.

Drei Maßnahmeteilnehmer und zwei ehrenamtliche Helfer stehen bisher als Betreuer bereit. Auch einige Senioren haben sich schon gemeldet und um Hilfe gebeten. Viele Bekanntschaften werden wohl eine Beziehung auf Zeit bleiben, Ende 2018 läuft das BIWAQ-Projekt aus. Auch deshalb setzt man auf ehrenamtliche Mitstreiter. Sie könnten dafür sorgen, dass sich der Besuchs- und Begleitdienst in Völklingen langfristig etabliert.

Die von Sven Prygodda betreuten Senioren würden sich bestimmt freuen. Bereits zweimal haben sie bei Sozialpädagogin Miriam Wiesen angerufen und gefragt, wann der junge Mann wiederkommt. Ihr Helfer ist ebenfalls zufrieden. "Ich habe keine Berührungsängste", versichert Prygodda.

Wer Interesse an einer Unterstützung durch die Quartiershilfe hat oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an das Quartiersbüro im Haus der Diakonie, Gatterstraße 13, wenden: Tel. (0 68 98) 91 47 61 0, mobil (01 52 0) 60 46 0 30, Mail biwaq-qb@dwsaar.de.