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| 20:26 Uhr

Komische Theaterpremiere
Bank aus Holz im prallen, bunten Leben

Auf der Bank, an der Bank, neben der Bank: Im neuen Stück des Völklinger Titania-Theaters ist das schlichte Möbel Hauptdarsteller.
Auf der Bank, an der Bank, neben der Bank: Im neuen Stück des Völklinger Titania-Theaters ist das schlichte Möbel Hauptdarsteller. FOTO: BeckerBredel
Völklingen. Klischees in Komik verwandeln: Darin zeigten sich die Laienschauspieler vom Titania-Theater als Könner in ihrem neuen Stück „Offline-Banking“. Von Walter Faas

Einer Bank kann man vieles  anvertrauen. Es sei denn, es handelt sich um ein Geldinstitut – dann Vorsicht! Frech, vorlaut, unverblümt, gerne auch makaber, widmet sich das „Lachwerk Titania Völklingen“ dem Thema. Im Mittelpunkt: die schlichte Holzbank.

„Aus der kann man was machen“, müssen sich die Titania-Laienspieler gedacht haben. Und ihnen fiel schon viel ein! Ob Online-Banking, Samenbank, Bank fürs Leben, Bank fürs Lieben, Bank mit Minuszinsen – selten wirkten Klischees lustiger als am Freitag bei der Premiere.

Wie Perlen an einer Kette reihen die Titanias einen Sketch an den anderen. Sie klimpern auf der Ukulele, blasen auf der Blockflöte, singen Tränenlieder, schmettern Marlene Dietrich-, Zarah Leander- oder Trude Herr-Schlager, rezitieren Vierzeiler, sind Dada. „Der schönste Platz, den ich auf Erden hab’, das ist die Rasenbank am Elterngrab“, seufzt der Chor in bester Tränenlieder-Manier.

Und diese unscheinbare Bank, was hat sie nicht alles gesehen? Liebespaare, Dichter, Denker, fesche Frauen, begnadete Phrasendrescher – des Lebens pralles Füllhorn sozusagen gibt sich hier ein Stelldichein. Da plappert der Fred, der allseits unbekannte  Dichter, Philosoph, Liedermacher, mit Leichenbittermiene über „Leise Hühner“ oder das bewusstseinserweiternde Vergehen der Zeit an leeren Busbahnhöfen im tiefen Pfälzer Wald. Eine „wär’ so gern  vulgär, wenigstens temporär“, die andere wartet darauf, „dass einmal ein Wunder geschieht“ und also Kollagen als Anti-Aging-Salbe  alle Falten wegzaubert. Die Bank hört’s, schweigt, macht Platz für die vorwitzige Postbotin, die, zum zweiten Frühstück,  gerne das Briefgeheimnis  verletzt und also Pfarrers Sexgeheimnisse laut vorliest. Schon rasen Notarzt und Patient Maier vorbei, im Stil von Goethes „Erlkönig“, mit dem Fazit: „Der Maier, der lebt, der Notarzt ist tot.“

Ein rostiger Ritter sinkt ins feuchte Grab, wird von der Nixe gerettet. Die geht aber fremd mit einem Hecht und   gebiert  einen Bankert („das Wort Banker kommt daher!“). Traurige Geschichte, aber auf der titelgebenden Bank kann das Kleine zumindest gut geschockelt werden. Derweil Fred ein weiteres Nonsensgedicht („Es trägt den Titel ‚Ohne Titel’ – manchmal fällt mir sowas ein!“) zum Besten gibt. Hoher Unterhaltungswert!

„Und es ist die erste von etlichen Premieren, die sich unser Titania-Theater für dieses Jahr vorgenommen hat“, kündigt Regisseur Jürgen Reitz an. Der Uraufführung von „Offline-Banking“, traditionell im Rathaus-Festsaal, folgt am kommenden Freitag, 26. Januar, 19.30 Uhr, an alter Spielstätte im Bahnhof Völklingen die zweite Aufführung. Weitere Termine im März kann man im Internet nachlesen unter der Adresse  www.theater-voelklingen.de. Am 2. Februar nimmt die Titaniatruppe eine Wiederaufnahme von „Liebe, Lust, Laster“ in Angriff, im Mai eine weitere Premiere mit dem Titel „Apollo“ – Reitz erklärt: „ein Krimi aus meiner Feder.“ Die Gruppe wird noch einmal „Pension Schöller“ spielen, ebenfalls einen Klassiker, aber auch die klassische griechische Tragödie „Antigone“.

Danach muss das Titania-Theater die gewohnte Spielstätte im Alten Bahnhof aufgeben. Aber es hat Gelegenheit, auf eine neue Bühne in der historischen „Obervölklinger“, also Luisenthaler, Turnhalle umziehen zu dürfen. Reitz sagt hoffnungsvoll: „Wir versprechen uns davon eine Verbesserung und haben für Luisenthal schon mehrere Stücke, darunter ‚Der eingebildete Kranke’  von Molière und ein neues Weihnachtsstück, in Vorbereitung.“

„Lachwerk“ haben sich die Titania-Laienschauspieler bei ihrer Premiere genannt – sehr zutreffend, wie die Reaktionen der ZUschauer im Alten Rathaus Völklingen zeigen.
„Lachwerk“ haben sich die Titania-Laienschauspieler bei ihrer Premiere genannt – sehr zutreffend, wie die Reaktionen der ZUschauer im Alten Rathaus Völklingen zeigen. FOTO: BeckerBredel