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Überregionaler Erfolg für regionale Band
Band aus der Region rockt jetzt den Osten

Lichteffekte gehören unbedingt zur Show, denn auch das legendäre Vorbild – die britische Band Pink Floyd – hat sie gern und reichlich genutzt: Die Pink Floyd-Tribute-Band Shine auf der Bühne. Hier ein Bild, das beim jüngsten Auftritt im Eppelborner Big Eppel entstand.
Lichteffekte gehören unbedingt zur Show, denn auch das legendäre Vorbild – die britische Band Pink Floyd – hat sie gern und reichlich genutzt: Die Pink Floyd-Tribute-Band Shine auf der Bühne. Hier ein Bild, das beim jüngsten Auftritt im Eppelborner Big Eppel entstand. FOTO: Shine/Franziska Emrich
Völklingen. Mit Pink Floyd-Songs auf großer Tournee: Die Band Shine – mit drei Völklingern und einem Großrosseler auf der Bühne – will vom Wochenende an die neuen Bundesländer erobern. Von Andreas Lang

In der Nacht zum  Samstag steigen vier Musiker aus Völklingen und Großrosseln in den Bus in Richtung Osten, um gemeinsam mit ihren Mitstreitern aus dem übrigen Saarland und Rheinland-Pfalz ihr Publikum in Dessau mit dem Mythos um die britische Rockband Pink Floyd zu begeistern. Shine – The Pink-Floyd-Experience nennt sich die Formation mit saarländischen Wurzeln, die sich am Wochenende aufmacht, den bundesdeutschen Osten musikalisch zu erobern. Denn die spektakuläre Nacht mit den Rocklegenden – das bedeutet der Programmname „A spectacular night of Pink Floyd“ – ist der Auftakt für eine Reihe mit insgesamt sechs Auftritten in den jüngsten Bundesländern.


„Ja, Freitagnacht geht es los“, beginnt Bandgründer und Gitarrist Jürgen Thiel seinen Einblick in den Terminkalender seiner Truppe. Elf Musiker, dazu noch Techniker und Roadies: Das macht insgesamt 23 Reisende in Sachen Legendenrock.

Um acht Uhr wollen sie Samstagmorgen alle in Dessau aussteigen, um im Hotel gemeinsam zu frühstücken, danach trennen sich die Wege für einige Zeit. Die Roadies, mitreisende Arbeitskräfte auf Konzerttourneen, sind als Erste am eigentlichen Veranstaltungsort gefragt. Denn ab 11 Uhr steht der Aufbau der „Backline“ im großen Saal des Anhalt‘schen Theaters an, bei dem alles aufgestellt wird, was so im Bühnenhintergrund gebraucht wird.



Nach und nach stoßen auch die Techniker dazu, die Band selbst ist erst  ab 14 Uhr gefordert. Soundcheck steht auf dem Programm, dabei wird zunächst sichergestellt, dass alle Instrumente und Mikrofone ausreichende Signale zum Mischpult senden. Die Signale werden dort ausgesteuert und zum akustischen Gesamtbild zusammengemischt. Neben dem Musikmix für das Publikum stellen die Techniker dabei noch weitere, auf  die einzelnen Musiker zugeschnittene Abmischungen ein, die während des Konzerts nur diese hören können, den so genannten Monitor-Mix.

Höchstens anderthalb Stunden soll das dauern, danach hat die komplette Mannschaft noch Zeit zur eigenen Verfügung. „Dabei werden wir uns sicher in den einzelnen Spielorten umschauen, um die Region ein bisschen kennen zu lernen“, sagt Thiel. Um 18 Uhr sollten alle zurück sein, denn dann steht gemeinsames Essen auf dem Stundenplan. Anschließend stimmt man sich gemeinsam auf die um 20 Uhr beginnende, mehrstündige Show ein.

Neben Thiel stammen Gitarrist Philipp Roth und Schlagzeuger Jonas Degen aus Völklingen. Beide sind auch aus der jungen Coverband Compliment for Soul bekannt, die im bevorstehenden Sommer auch einen Termin der City-Open-Airs im Pfarrgarten übernehmen werden. Aus dem Warndt, genauer: aus Karlsbrunn stammt Saxofonist Ricardo Angel-Peters, der auch dafür bekannt ist, dass er sich gerne Musikerkollegen ins heimische Wohnzimmer einlädt, um dort vor Publikum bei Kaffee und Kuchen ein Konzert zu geben.

Im Herbst wiederholt sich das Prozedere, dann stehen Konzerte in Leipzig, Chemnitz und Dresden an, im Frühjahr geht es dann noch nach Falkenberg und Wittenberg.

Ein Großteil der 500 Karten für kommenden Samstag ging schon im Vorverkauf weg. Warum es den Osten so nach einem Pink-Floyd-Tribute dürstet? „Keine Ahnung, diese Termine macht alle unser Agent“, sagt Thiel.

Ein Faktor mag vielleicht das Pink Floyd-Album „The Wall“ sein. Die Mauer, von der dort die Rede ist, war von der legendären Rockband zwar ursprünglich auf das Bildungssystem der frühen 1980er Jahre gemünzt. Im Bereich der einstigen DDR mit ganz eigener Mauer-Vergangenheit ruft der rockige Einsturz der Mauer aber gewiss ganz spezielle Erinnerungen zurück.