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Bald wird in Völklingen abgerechnet

Bald wird in Völklingen abgerechnet

Die Einkünfte von Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher und seiner 200 Mitarbeiter sollen künftig übers Völklinger Rathaus abgerechnet werden. Beide Städte versprechen sich von dieser Zusammenarbeit Vorteile.

Ab 1. Januar kommenden Jahres sollen die Bezüge der Mitarbeiter der Stadt Püttlingen im Völklinger Rathaus abgerechnet werden. So beschloss der Völklinger Stadtrat bereits einstimmig, und am 1. Oktober wird dem voraussichtlich der Püttlinger Stadtrat folgen. Der zuständige Ratsausschuss habe "bereits grünes Licht signalisiert", so gestern die Verwaltungschefs Klaus Lorig und Martin Speicher (beide CDU ) in einer gemeinsamen Erklärung.

In Völklingen werden derzeit zirka 553 so genannte Personalfälle abgerechnet. Dazu gehören unter anderem auch Mutterschaftsgeld und Altersteilzeit. Mit Püttlingen kommen rund 200 Menschen hinzu. Auch das Gehalt von Bürgermeister Martin Speicher soll künftig über das Völklinger Rathaus laufen. Und mit der entsprechenden öffentlich-rechtlichen Vereinbarung unterzeichnen die beiden Stadtoberhäupter auch eine Verpflichtung zum strikten Datenschutz.

Derzeit sind bei der Stadt Völklingen , planstellenmäßig gesehen, 1,5 Mitarbeiter mit der Bezügeabrechnung beschäftigt. Für die Abrechnung der Stadt Püttlingen werden, schätzt die Völklinger Verwaltung, 0,5 Mitarbeiter zusätzlich benötigt. Püttlingen soll für die Leistungen eine jährliche Entschädigung von 38 390 Euro zahlen. Oberbürgermeister Lorig geht dabei davon aus, dass keine Mehrwertsteuer fällig wird.

Für Völklingen sei die Maßnahme kostenneutral, meint Klaus Lorig . Die Stadt könne zudem ihre Lohnbuchhaltung personell verstärken. Damit würde auch die Vertretung sichergestellt. Für Püttlingen bedeute dies, so Lorig und Speicher, neben einer sicheren und pünktlichen Personalabrechnung eine Einsparung "im mittleren fünfstelligen Bereich". Personell werde sich in Püttlingen nichts verändern, da der mit dieser Aufgabe betraute Mitarbeiter auf eigenen Wunsch den Arbeitgeber gewechselt habe. Die Stelle werde nun nicht mehr nachbesetzt.

Stefan Rabel, Vorsitzender der Völklinger CDU-Stadtratsfraktion, und sein Püttlinger Amtskollege Mark Reck meinten, beide Städte seien hiermit Vorreiter bei interkommunaler Zusammenarbeit im Saarland. Derzeit laufen auch Gespräche über eine enge Zusammenarbeit bei der elektronischen Datenverarbeitung (EDV). Leiter dieser Abteilung im Völklinger Rathaus ist der Püttlinger Bürger Martin Alt.